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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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dentliche Lehrkanzel der Statistik bedeckt.288Auchwar er »Studienleiter des ErzherzogsMax« und »gehörte zu den Persönlichkeiten, die demKreise der BeraterdesErzherzogsFerdinandnahestanden.«289SeineLehrverpflichtungan der UniversitätWien umfasste je vier StundenVölkerrecht und vier Stunden Rechtsphilosophie; Hold war damit endgültig vom Strafrecht in das interna- tionaleRecht abgewandert.Graßberger stellt hiezu fest, dassHolds »rechtspo- litischen Gegenspieler […] froh [waren], in der Erweiterung seiner Lehrbe- fugnis für das Völkerrecht die Möglichkeit gefunden zu haben, ihn auf ein ungefährlichesGeleise abzuschieben.«290Dennoch sollte seineStrafrechtskom- petenz noch einmal vonBedeutungwerden: Als nämlich dieUniversität Prag Hold auf eine strafrechtlicheLehrkanzel berufenwollte,wehrte dies das k.u.k. Außenministerium (!) ab, indemesHold ab 1916 ein jährlichesHonorar von 10.800Kronen zuerkannte; begründendwurde ausgeführt, dass das ganz dar- niederliegende Völkerrecht aufgebaut werden müsse und Hold dafür unver- zichtbar sei.291 ImJuli1917wechselteHold-Ferneckindask.k.Ministerratspräsidium,woer die Leitung des neugegründeten Departements für die Verfassungsrevision übernahm;zuseinenMitarbeiternzählteu.a.derao.ProfessordesStaatsrechts Rudolf v. Laun. In dieser Position hatteHoldwesentlichenAnteil amZustan- dekommen des sog. Völkermanifestes Kaiser Karls vom 16.Oktober 1918.292 »Als der Abgeordnete Dr. Karl Renner als ›Staatskanzler‹ in die historischen Räumeeinzog,erbotichmich,dieVerfassungfürdasverkleinerteÖsterreichzu entwerfen«, doch dieser lehnte ab und wählte Kelsen zu seinemMitarbeiter, während die GutachtenHolds, »wenn sie ihm aus politischen Gründen nicht genehmwaren,unberücksichtigt«blieben.293DerenttäuschteHoldgingauf ein Semester nachPrag,wo er Strafrecht undRechtsphilosophie lehrte, kehrte je- doch imWintersemester 1920/21 an die UniversitätWien zurück undwurde daselbstmit 1.März1922–wiebereitsberichtet–zumordentlichenProfessor fürVölkerrechtundRechtsphilosophie ernannt. Etwa umdieselbe Zeit begannHolds Kampf gegen die Pariser Vorortever- 288 Referentenbogen zumKUMEvom18.1. 1912Z54554/1911,ÖStAAVA,UnterrichtAllg., Univ.Wien,Karton608,Völkerrecht. 289 NeuesWienerJournalvom23.6. 1934Nr.14578,TA,MappeHold-Ferneck(TP021025).Bei dengenanntenErzherzögenhandelte es sichumeinerseitsumMaximilianEugen (1895– 1952), einenBruder vonKaiserKarl, andererseitsumFerdinand(1868–1915), einen jün- gerenBruderdesThronfolgersFranzFerdinand. 290 RolandGrassberger,Hold-Ferneck,Alexander, in:NDBIX(Berlin1972)523 f. 291 ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton610,PersonalaktHoldAlexander. 292 DazuRumpler,Völkermanifest 59. 293 Hold-Ferneck, Selbstdarstellung98 f.Vgl.Busch,Staudigl-Ciechowicz, »EinKampf umsRecht«120. Völkerrecht 529
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938