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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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konstruieren;346Hold berichtet, dass Kunz bei seinemHauptrigorosum zum Dr.rer.pol. »einen wenig günstigen Eindruck« machte und »besonders Prof. Grünberg […]erklärte, erwerde sich einerHabilitierungdesKandidaten ent- schiedenwidersetzen.« Kunz zog daraufhin imFebruar 1921 seineHabilitati- onsschriftzurück,umÄnderungenvorzunehmen,undreichtesieimJunierneut ein.»IndieseZeitfielaucheineBewegungunterdenPrivatdozenten,dieaufeine Erweiterung ihrer Rechte hinarbeiteten. Das hatte zur Folge, dass unter den Professoren die Ueberzeugung platzgriff [sic], man müsse an Habilitations- werber fortanhöhereAnforderungen stellen.«347Holdberichtetweiter, dass er Kunz riet, eine weitere, mehr theoretische Schrift zu publizieren, zumal die eigentlicheHabilitationsschrifthauptsächlicheineMaterialsammlungsei.Kunz legte ihmdaraufhindieDruckfahnen für einenAufsatz, der zurPublikation in derZÖRbestimmtwar,vor,348dieabergeradezudasGegenteilbewirkten:Hold sprachsichnunentschiedengegeneineHabilitierungKunz’aus.Besonderswar es aber derArtikel »Belgien«, denKunz für ein völkerrechtliches Lexikonver- fasste,derHoldnachdesseneigenenWorten»tiefverstimmt[e],undichmachte ihmkeinHehldaraus,daßdadurchseineHabilitierungsehrerschwertwerde.«349 ImMärz1923batdaherKunzerneutdarum, seinHabilitationsverfahren»vor- läufig ruhenzu lassen«. 1925erschien endlich seinBuchüberdie »Option« im Druck,350woraufKunzimFebruar1926einendrittenAnlaufwagteundabermals die venia fürVölkerrechtbeiderWienerRechts-undStaatswissenschaftlichen Fakultät beantragte. Imselben Jahr veröffentlichteHold-Ferneck,wieobener- wähnt,seinegegenKelsengerichteteMonographie»DerStaatalsÜbermensch«; erwarmittlerweilederschärfsteGegnerderReinenRechtslehre inderFakultät gewordenundhatte auchdieHabilitationdesKelsen-Schülers Fritz Schreier – erfolglos–zuverhindernversucht.351Esistdahernichterstaunlich,dassseinmit 4. Juni 1926 datiertes Gutachten in der Habilitationssache Kunz vernichtend 346 Dieausführlichsten, jedochmitVorsicht zuverwertendenQuellen, aufdie sichaber auch Kammerhofer,Kunz, stützt, sinddieBerichteHold-Fernecksvom24.11.1920undvom 4.6. 1926,ÖStAAVA,Unterricht Allg., Univ.Wien, Karton 611, Personalakt Kunz Josef. 347 Bericht von Alexander Hold-Ferneck vom 4.6. 1926,ÖStA AVA, Unterricht Allg., Univ. Wien,Karton611,PersonalaktKunz Josef. 348 Es istunklar,welchesWerkgemeint ist. InderZÖRerschienenvonKunz in jenerZeitnur Besprechungsaufsätze,diewohlkaumgemeintseinkönnen,underst1925derAufsatzüber »Die Entstehungsgeschichte desVölkerbundpaktes«.DerKontextmacht es jedochwahr- scheinlicher, dass es sichumdieDruckfahnen zuKunz, Völkerrechtswissenschaft, han- delte,welcheArbeitdannseparatpubliziertwurde,abermöglicherweiseursprünglich für dieZÖRgeplantwar. 349 Ebd. 350 Eshandelte sichumdenersten,XVI+328Seiten starkenBanddes zweibändigenWerkes »DievölkerrechtlicheOption«. 1928erschiender zweiteBand,dernocheinmalXVI+356 Seitenumfasste. 351 Sieheoben491f. DiestaatswissenschaftlichenFächer540
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938