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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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e) RudolfBlühdorn355 RudolfBlühdornkamam7. Jänner1887inWienzurWelt,woerdasGymnasium der Theresianischen Akademie absolvierte und Rechts- und Staatswissen- schaftenstudierte.NachseinerPromotion1910warerbeiderFinanzprokuratur tätig,machtedieGerichtspraxis und legte 1917diePrüfung zumRechtsanwalt ab.Ab1921warerimAbrechnungssenatdesFinanzministeriumstätig.Indieser Stellung oblag ihm unter anderem die Vertretung des österreichischen Bun- desschatzes indenRechtsstreitigkeiten,dievonAngehörigenderalliiertenund assoziierten Mächte nach Art. 256 des Vertrages von St. Germain erhoben wurden.Weiters war er auch beratend im Bereich des Völkerrechts und des internationalenPrivatrechtstätig.Von1921bis1930warBlühdornHerausgeber undAutor derZeitschrift »Friedensrecht«, die sichmit derDurchführungdes Friedensvertrages beschäftigte und die amtlichen Verlautbarungen des Ab- rechnungsamtesveröffentlichte.ErpubliziertedortzahlreicheArtikelzuFragen des Friedensvertrages unter anderem zu denwirtschaftlichen Bestimmungen des Vertrages von St. Germain. 1930 wurde Blühdorn in die Völkerrechtsab- teilung des Bundeskanzleramts – Auswärtige Angelegenheiten zugeteilt. 1936 suchte Blühdornmit seiner 1934 publizierten Schrift »Einführung in das an- gewandteVölkerrecht«umdieVerleihungdervenia legendi fürVölkerrechtan. Blühdornvertrat in seinemWerkdieAnsicht, dass »dasVölkerrecht eigentlich ein Gelehrtenrecht«356 sei.357 Zu Gutachtern wurden Alexander Hold-Ferneck und Alfred Verdroß bestellt, die sich für die Habilitierung aussprachen, be- sonderswurdediePraxisbezogenheit seinerArbeit betont. Blühdornkündigte lediglich in den nächsten beiden Semestern Lehrveranstaltungen an: So im Wintersemester1937/38eineeinstündigeVorlesungüberdasNeutralitätsrecht, mit besonderer Berücksichtigung seiner Entwicklung seit demEndedesWelt- krieges und imSommersemester 1938 eine Lehrveranstaltung zudenbiologi- schen,psychologischenundsoziologischenGrundlagendesVölkerrechts.Diese LehrveranstaltungmussteeraufgrunddesWiderrufsseinervenialegendidurch die Nationalsozialisten am 22.April 1938 abbrechen.1945 wurde Blühdorn wiedereingesetzt, ab 1947war er Leiter derVölkerrechtsabteilung desAußen- amtes.358Erstarb1967. 355 ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton609,PersonalaktBlühdornRudolf. 356 Blühdorn, Einführung indasangewandteVölkerrecht169. 357 Vgl. auchFaulenbach, RolleundBedeutungderLehre inderRechtsprechungder Inter- nationalenGerichtshöfe imzwanzigsten Jahrhundert 39 f. 358 Stourzh,UmEinheit undFreiheit 36Fn55.Vgl. dort auch zurRolleBlühdornsbei den VerhandlungenüberdievölkerrechtlicheStellungÖsterreichsnach1945. DiestaatswissenschaftlichenFächer542
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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