Seite - 544 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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zumMitgliedderstaatswissenschaftlichenStaatsprüfungskommissionmitdem
PrüfungsfachVölkerrecht ernannt.
Politisch engagierte sich Bleiber laut eigenerAussage vor dem »Anschluß«
nicht, imMai1938 stellte ereinenAntragauf eineNSDAP-Mitgliedschaft, dem
»im Juli 1940 definitiv stattgegeben«364 wurde.1941 beantragte Bleiber eine
AusdehnungderLehrbefugnisaufdasGebietderRechts-undStaatsphilosophie
undwurde dabei erneut vonHold-Ferneck unterstützt, scheiterte jedoch am
WiderstandvonHansMayer.3651943wurde er andieUniversitätsbibliothek in
Kiel versetzt, da man mit seinem Dienst inWien nicht zufrieden war. Eine
Umhabilitierung nach Kiel kamnicht zustande, den Traumvon einer akade-
mischenKarrierekonntesichBleiberaber1950erfüllen,alserzumProfessorfür
Rechts- undPolitikwissenschaften an derUniversität Kabul ernanntwurde.366
BleiberwarseitSeptember1930mitEugeniaBerthaRichlikverheiratet,erstarb
am13.Mai1959 inWien.
3. DieLehrkanzel für InternationalesRecht
AbdemStudienjahr 1927/28 schien imVerzeichnis derUniversitätWien eine
Lehrkanzel für Internationales Recht auf.367Als deren Vorstände wurden Leo
Strisower,AlexanderHold-FerneckundAlfredVerdroßgenannt.Zusätzlichwar
anderLehrkanzel einewissenschaftlicheHilfskraft tätig. ImStudienjahr1927/
28hatteDr.FranzHauptdiesenPosteninne.ImStudienjahr1930/31erfolgtedie
Umbenennung der Lehrkanzel in »Seminar für Internationales Recht«, dieses
wurde wie folgt beschrieben: »Der Lehrapparat erstreckt sich außer auf das
Völkerrecht auf internationales Privat-, Straf- undVerwaltungsrecht undwird
unter Berücksichtigung derHilfswissenschaften (besonders Geschichte, allge-
meine undGeopolitik undpolitischeGeographie) ausgebaut.«368AbdemStu-
dienjahr 1932/33 kehrteman zurück zur Bezeichnung »Lehrkanzel für Inter-
nationales Recht«.369 Im Studienjahr 1934/35 schien zur wissenschaftlichen
Hilfskraft auch ein außerordentlicher Assistent, Dr. Stephan Verosta,370 im
VerzeichnisderUniversität auf.371SowohlVerostaals auchHauptwurdennicht
364 BiographischeNotizundatiert,BArch (Berlin-Lichterfelde),R/4901/24248, fol. 2282.
365 BArch (Berlin-Lichterfelde),R/4901/24248, fol. 2324–2326.
366 Busch,Verdroß145mwN.
367 ÜbersichtderAkademischenBehörden fürdasStudienjahr1927/28, 66.
368 RektoratderUniversität (Hg.),DieAkademischenBehörden fürdasStudienjahr1930/31,
75.
369 RektoratderUniversität (Hg.),DieAkademischenBehörden fürdasStudienjahr1932/33,
80.
370 16.10.1909—7.12.1998;vgl.zuihmFischer,VölkerrechtundRechtsphilosophie1–22.
371 RektoratderUniversität (Hg.), Personalstand fürdasStudienjahr1934/35, 90.
DiestaatswissenschaftlichenFächer544
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik