Seite - 546 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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veranstaltete neben seinem völkerrechtlichen Seminar Lehrveranstaltungen
zumKriegs-undNeutralitätsrecht,StrisowerhieltSeminarefürVölkerrechtund
InternationalesPrivatrechtundVorlesungenzumInternationalemPrivatrecht,
Zivilprozessrecht und Strafrecht. Alfred Verdroß bot als Ordinarius abwech-
selndLehrveranstaltungenzurVerfassungundTätigkeitdesVölkerbundesund
zur Verfassung der Völkerrechtsgemeinschaft, sowie ein völkerrechtliches
Proseminaran.
Insbesondere die Privatdozenten beschäftigten sich mit vertiefenden As-
pektendesVölkerrechts:Verdroßhielt zunächstVorlesungenzumVölkerbund
von Genf und dem Gedanken der Weltorganisation, zum internationalen
KriegsrechtmitEinschlussdesNeutralitätsrechtundzurEntwicklungder völ-
kerrechtlichen Theorien, sowie vereinzelt völkerrechtliche Übungen. Kunz
lehrte über den völkerrechtlichen Schutz nationaler Minderheiten, über die
HauptproblemedesVölkerbundesundüberdie »heutigeVerfassungdesBriti-
schenReichesimLichtedesVölkerrechtes«.Weitersbeschäftigteersichmitder
Revision der Pariser Friedensverträge als völkerrechtlichemProblem,mit der
allgemeinenTheoriedesBundesstaates,mitdemGaskriegunddemVölkerrecht
sowiemit demLuftkriegsrecht. Auch tagesaktuelle Themenwurdendurch ihn
behandelt so imWintersemester 1931/32mit den Lehrveranstaltungen »Völ-
kerbundpakt undKelloggpakt«wie auch »Unser Recht auf die Abrüstung der
anderen.ZurbevorstehendenAbrüstungskonferenzdesVölkerbundes«.Bleiber
setzte imWintersemester 1935/36mit derVorlesung »DieEntscheidungendes
StändigenHaager Schiedshofes« ein, es folgten Lehrveranstaltungen über die
friedlicheErledigungvonStreitigkeitenundvomSchadenersatzimVölkerrecht,
sowiezumProblemeiner internationalenArmeeundzupolitischenVerträgen.
Auch anderen Fächern zugeordnete Lehrende boten Lehrveranstaltungen
zumVölkerrechtundausländischemRecht an: ImWintersemester 1920/21 las
GustavWalker über die rechtspolitischen Bestimmungen des Staatsvertrages
von St. Germain. Hans Sperl veranstaltete Vorlesungen zum reichsdeutschen
französischenundinternationalenProzessrecht,weitersbeschäftigteersichmit
deminternationalenRechtderLuftschifffahrtundmitdemRechtssysteminden
islamischen Ländern. Seine Lehrtätigkeit umfasste auch das »Eherecht und
Eheverfahren inDeutschland, Schweiz, Ungarn, Frankreich, Portugal und der
Türkei« sowie »Die bürgerliche Rechtspflege in Südamerika«. Karl Satter373
veranstaltete Vorlesungen zum internationalen Arbeitsrecht, zum Internatio-
nalenPrivatrechtundzudenGrundzügendesInternationalenZivilprozess-und
373 Karl Satter (20. 10. 1880–1949). Satter habilitierte sich 1923 anderUniversitätWien für
Internationales Privatrecht. Er war ua. Bibliothekar am Institut für angewandtes Recht.
Sieheauch402.Vgl. zu ihmMair, Zivilverfahrensrecht329–332.
DiestaatswissenschaftlichenFächer546
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik