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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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erfüllenkonnteundsich inKämpfengegenSpannaufrieb.378DazudemJoseph SchumpeterundLudwigMises,dieSchülerBöhm-Bawerks,beidenBerufungen übergangen worden waren, erfolgte mit Beginn unseres Untersuchungszeit- raums die universitäre »Enthauptung«379 derÖsterreichischen Schule derNa- tionalökonomie.Jenewarfortanhauptsächlichaußeruniversitärorganisiertund wurde früher (Schumpeter, der1925einenLehrstuhl inBonn,1932 inHarvard annahm) oder später (Mises, der 1934 nach Genf, 1940 in die USA ging) im Auslandweitergeführt. Feichtingermacht für jeneBerufungspolitikder1920er Jahre »Antisemitismus, gepaart mit ideologischen und wissenschaftlichen Vorbehalten, hierfür genauso verantwortlich, wie den nicht zu verleugnenden Sachverhalt, dass derWirtschaftsliberalismus inderErstenRepublik seine so- zialpolitischeRelevanzeingebüßt hatte.«380 Die an der Universität institutionalisierte Nationalökonomie und Volks- wirtschaftspolitikeinesHansMayer,OthmarSpannoderFerdinandDegenfeld- Schonburg war im internationalenVergleichmit den extramural Tätigen un- bedeutend. Die nationalökonomische Theorie imÖsterreich der 1920er Jahre wurdenämlichvonLudwigMisesbeherrscht, obwohl ihminWienniemals ein Lehrstuhlangebotenwurde.Mises,abdemStudienjahr1919/20Privatdozentfür PolitischeÖkonomiemitdemTitel einesaußerordentlichenProfessorsund im Brotberuf in der HandelskammerWien tätig, versammelte alle zweiWochen Kolleg/innenundSchüler/innen in seinemPrivatseminar,wonebenökonomi- schen Fragen auch Themen der Sozialphilosophie, Soziologie, Logik und Er- kenntnistheoriediskutiertwurden.Außerdemtrafen sichdie jungenNational- ökonom/innen zum interdisziplinären Austausch imGeist-Kreis sowie in der eigens gegründeten Nationalökonomischen Gesellschaft und später im von Mises und Hayek geschaffenenÖsterreichischen Institut für Konjunkturfor- schung. Nicht zu vergessen sind die Mathematischen Kolloquien von Karl Menger,demSohnCarlMengers. All jeneZusammenkünftewiesenteilsextremepersonelleÜberschneidungen aufundihreTeilnehmer/innenhielten–wennauchnichtalsOrdinarien,sodoch als Dozenten – Kontakte zur Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät. MiseskonntealsPrivatdozentseineSchüler/innenzwarnichthabilitieren,dafür jedochmeist auf HansMayer zurückgreifen, der zwar selbst die Lehre seines Mentors, FriedrichWieser, und damit dieÖsterreichische Schule der Natio- nalökonomie kaumweiterentwickelte, aber doch dieMises-Schüler Friedrich Hayek und Gottfried Haberler gegen somanch (politisch, ideologisch moti- viertes)Hindernishabilitierte. 378 Vgl.Mises, Erinnerungen62. 379 Vgl. Feichtinger,Wissenschaft zwischendenKulturen182 f. 380 Ebd.183. Nationalökonomie& Volkswirtschaftspolitik 549
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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