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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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Wicksell426undorientierte sichmehranEugenBöhm-BawerksalsanFriedrich Wiesers Zweig derÖsterreichischen Schule; Wieser (und dessen Nachfolger HansMayer) warf er vor, er habe denKern vonMengers Subjektivismus nie begriffen.427Der außeruniversitäre Erfolg sollte ihm recht geben:Mises’ Kon- junkturtheoriewarspätestens1928beimTreffendes»Vereins fürSozialpolitik« imdeutschsprachigenRaumallgemeinanerkanntunddiedritteGenerationder Österreichischen Schule der Nationalökonomie auf ihrem Höhepunkt ange- langt.428 Der außerdem zu verzeichnende realpolitische Einfluss der Schule ist mit- unter imBrotberuf vonLudwigMises begründet: Seit 1909war erMitarbeiter derHandels- undGewerbekammer und leitete dort bald die Finanzabteilung, wodurcherinstetenKontaktmitderPolitikkam.AußerdemwardieGruppeum Mises stets bemüht, auch durch Beiträge in österreichischen Tageszeitungen EinflussaufdieöffentlicheMeinungzunehmen.FritzMachlupetwaschrieb im »NeuenWiener Tagblatt« an die 100Mal die Kolumne »ZweiMinutenVolks- wirtschaft«.429Mises’Tätigkeit inderHandelskammer ist darüberhinausauch heute nochbekannt,weil er imdortigenBüro stets seinPrivatseminar abhielt und das 1927 gründete Institut für Konjunkturforschung, das zahlreichen Nachwuchswissenschafter/innen eineAnstellungsmöglichkeit bot, dort seinen Sitzhatte. 1934verließLudwigMisesWienundgingnachGenfansInstitutUniversitaire des Hautes Êtudes, floh 1940 weiter in die USA, wo er ab 1945 an der NYU GraduateSchoolofBusinessVorlesungenhielt,unteranderemüberSozialismus. Mises starbam10.Oktober1973 inNewYork. LudwigMises hinterließ nicht nur ein umfassendes und bis heute vielfach rezipiertesWerk (u.a. »DieGemeinwirtschaft« [1922], »Liberalismus« [1927], »Geldwertstabilisierung undKonjunkturpolitik« [1928], »Grundprobleme der Nationalökonomie« [1933], »Nationalökonomie. Theorie des Handelns und Wirtschaftens« [1940], »Human Action: A Treatise on Economics« [1949], »Socialism: An Economic and Sociological Analysis« [1951]), sondern auch zahlreicheSchülerinnenundSchüler.Diese»Austroliberalen«zählenzurvierten Generation derÖsterreichischen Schule der Nationalökonomie; zu ihnen ge- hören insbesondere Friedrich Hayek, Fritz Machlup, Gottfried Haberler, Ri- chard Strigl, Erich Schiff undMartha Stephanie Hermann. Keiner von ihnen sollte inÖsterreich einen Lehrstuhl erhalten, obwohl gerade die jungen Pri- vatdozentenHayekundHaberler ab demWintersemester 1929/30 gemeinsam 426 VorallemWicksell, Interest andPrices. 427 Vgl.Mises, Erinnerungen21;Eberle,Analyse73. 428 Vgl. Janssen,NationalökonomieundNationalsozialismus351 f. 429 Vgl.Klausinger, TwoMinutes. DiestaatswissenschaftlichenFächer570
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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