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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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die damals die Lehre von der Soziologie wahrnahmen, meist aber ohne sich eingehendmitMethoden-undTheoriebildungzubeschäftigen.Als»Soziologie« wurdedemnachbeinahe alles bezeichnet,was irgendwie als sozial oder gesell- schaftlichgedachtwar.DieseEinsicht vermittelt nicht zuletzt dasFachderGe- sellschaftswissenschaften, deren Lehrende im nächsten Kapitel vorgestellt werden. D. Gesellschaftswissenschaft (TamaraEHS) 1. Allgemeines FürdieStudierendenderRechtewardasFachGesellschaftswissenschaftbiszur StudienplanreformdesJahres1935nichtvorgesehen.ErstnachderNovellierung mussten sie im ersten Studienabschnitt eine zweistündige »Einführung in die Gesellschaftslehre« absolvieren. Im zweiten Studienabschnitt kam eine drei- stündigeVorlesungüber Sozialpolitik hinzu. Nur diese, nicht aber dieGesell- schaftswissenschaft, war auchTeil der staatswissenschaftlichenStaatsprüfung. EbensowardieGesellschaftslehre für die Studierendender Staatswissenschaft aucherstnachderNovellierungvon1926verankert,nämlichals»eineVorlesung überGesellschaftslehre (die soziologischenTheorien)«, allerdings hierGegen- standdes zweitenRigorosumsund zudemeinBereich, der für dasDissertati- onsthemagewähltwerdenkonnte. DassdieGesellschaftswissenschaft anderRechts- undStaatswissenschaftli- chenFakultätdennochsoprominentvertretenwar,hingvorallemmitOthmar Spannzusammen, der zwar auf einemLehrstuhl fürPolitischeÖkonomie saß, sich aber in geschickten Verhandlungen ausbedungen hatte, vorwiegend Ge- sellschaftswissenschaft zu lehren. Spannversammeltebald einenKreisGleich- gesinnter um sich und habilitierte imVergleichmit anderen Professoren un- gleich mehr seiner Schüler, sodass die Spann’sche Gesellschaftslehre in der Ersten Republik dieUniversitätWien dominierte. Jene universitär verankerte Gesellschaftswissenschaft nach Othmar Spann stand in Konflikt mit anderen Richtungenwie jenerMaxAdlers und insbesonderemit der sich außeruniver- sitär entwickelnden, empiriegeleitet arbeitendenSoziologie. DiestaatswissenschaftlichenFächer580
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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