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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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turgische Bewegung ist, ist auf dempolitischenGebiet der Faschismus. –Der deutscheMenschstehtundhandeltunterAutorität,unterFührerschaft,diesich in Stufung und Gliederung zur Hierarchie aufbaut […] Sagen wir ein rück- sichtsloses Ja zu dem neuen soziologischen Gebilde des totalen Staates, der durchausanaloggedacht istdemAufbauderKirche.«493 1933,aberauchschon1932,warderGroßindustrielleFritzThysseninMaria Laachzugegen.BegeistertvonOthmarSpannsIdeeneinerständischenOrdnung alsAlternative zur bestehendenKlassengesellschaft fand er sichmit PaulKar- renbrock, FritzKleinundWalterHeinrich zusammen, um theoretischeVorar- beit für den Aufbau eines realen Ständestaates zu leisten.494 Ende Mai 1933 gründete Thyssen in Düsseldorf das »Nationalsozialistische Institut für Stän- dewesen«, dessen LeiterHeinrichwurde.Othmar Spann zumLeiter zu küren, hätte dem Institutmittlerweile eher geschadet. Dennwährend Spann zu jener Zeit inÖsterreich wegen der deutschen, nationalsozialistischen Beziehungen angefeindetwar,wurdeer inDeutschlandwiederumwegenseineskatholischen Hintergrundes beargwöhnt. Und jedes Urteil, das über Spann gefällt wurde, betraf auchseineSchüler. Schon seit seiner Berufung nachWienwar insbesondere die »Arbeiterzei- tung« gegen Othmar Spann in Stellung gegangen und bezeichnete ihn als »geistigen Führer der Hakenkreuzler«, dessen Aufgabe es wäre, »zu den Re- volverkugeln derHakenkreuzler die philosophische Verklärung zu liefern.«495 AufderanderenSeitedistanziertensichauchdieführendenNationalsozialisten von ihm, etwaAlfredRosenberg. ZumSpann-Kreis gezählt zuwerden, wurde höchstproblematisch, zuerst imNationalsozialismus, aber–wie etwadasBei- spiel JakobBaxazeigt–auchnachdemKrieg (inFragenderWiedereinsetzung an derUniversität), denn: Othmar Spannpflegte zwar seit den späten 1920er JahrenKontakte zu nationalsozialistischenOrganisationen, galt als intellektu- eller Führer des Nationalsozialismus an der Universität Wien und war auch (illegales)MitgliedderNSDAP,496dennochdecktensichnichtallseineAnsichten mit jenenderNazis. InnerhalbderNSDAPgabesnämlich»Fraktionskämpfe«, zwischen denen Spannund seine Schüler aufgeriebenwurden.497Einer dieser Schüler, Eric(h)Voegelin, beschrieb die Ideologie des Spann-Kreises so: »Das allgemeine Klima unter den Leuten um Spann und denen, die sich von ihm angezogen fühlten, war geprägt vom Romantizismus und vom deutschen Idealismus mit einer stark nationalistischen Komponente. Einige von ihnen 493 Herwegen, Ildefons, zit.n.Albert, Benediktinerabtei 84. 494 Vgl.Brakelmann,MitschuldundWiderstand52 ff. 495 Hakenkreuz und Unternehmergeld, in: Arbeiterzeitung vom 7.6. 1925 (SOWIDOK, AK Wien,Tagblattarchiv,MappeOthmarSpann,Wienbibliothek imRathaus). 496 Vgl. Siegfried,UniversalismusundFaschismus153 f. 497 Vgl.Rathkolb,Rechts-undStaatswissenschaftlicheFakultät 223. DiestaatswissenschaftlichenFächer588
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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