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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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versitätPrag.NachdemerBekanntschaftmitOthmarSpanngeschlossenhatte, kamerzumAbschlussseinesStudiumsnachWien,woeram21.Dezember1925 mit derDissertation »Führung und Führer in derGesellschaft. Zur psycholo- gischenund soziologischenTheorie der Führung« zumDr.rer.pol. promoviert wurdeundfortanbis1933alswissenschaftlicheHilfskraftSpannsamInstitutfür politischeÖkonomieundGesellschaftslehrearbeitete. Am19.November1928wurdeWalterHeinrichmit derArbeit »Grundlagen einer universalistischenKrisenlehre«520 fürdasFachVolkswirtschaftslehreha- bilitiertundbotabdemSommersemester1929alsPrivatdozentunteranderem die Lehrveranstaltungen »Die soziale Frage«, »Wesen undAufbau der berufs- ständischenWirtschaft« und gemeinsammit SpanndieVolkswirtschaftlichen Übungen an.Von1933bis 1938warHeinrich außerordentlicherProfessorder Volkswirtschaftslehre anderHochschule fürWelthandel, lehrte aber nachwie vor auch anderRechts- undStaatswissenschaftlichenFakultät derUniversität Wien. In jenen Jahrenveröffentlichte er unter anderem»Die Staats- undWirt- schaftsverfassungdes Faschismus« (1929), »Das Ständewesen,mit besonderer Berücksichtigung der Selbstverwaltung der Wirtschaft« (1932), »Die soziale Frage. IhreEntstehung inder individualistischenund ihreLösung inder stän- dischenOrdnung« (1934)und»Über eineorganischeLehrederKrise« (1935). WalterHeinrichengagierte sichaußerdempolitischund fungierte 1929und 1930 bei der Heimwehr als Generalsekretär der Bundesführung der österrei- chischen Selbstschutz-Verbände; weiters war er auf Veranlassung Othmar SpannsVerfasserdesKorneuburgerEides.521Seit1933pendelteHeinrichzudem zwischenWienundDüsseldorf, wo er zumersten Leiter desNationalsozialis- tischenInstitutsfürStändewesenberufenwordenwar:ZieldesInstitutswar,das theoretische Konzept Othmar Spanns in politisch-gesellschaftliche Praxis zu bringen,worüberAdolfHitlermeinte,wasMünchenfürdieBewegunggewesen sei,würdeDüsseldorf fürdieneueWirtschaftsordnung.522Dochbaldnachder Machtergreifung inDeutschlandwurde ersichtlich, dass sich Spann,Heinrich und ihre Mitstreiter einem NSDAP-Flügel zugehörig fühlten, der schließlich nichtmehrderParteilinie entsprach.DenndieBemühungenumeinePartner- schaft von Katholizismus und Nationalsozialismus und die entsprechend in Aussichtgenommeneständisch-korporativeWirtschaftsordnungwarenbeiden Nazis ab spätestens 1934, als am20. JännerdasGesetz zurOrdnungdernatio- nalenArbeit (RGBl. 1,S. 45–56)ausgegebenwurde,nichtmehrerwünscht.Die ständestaatliche Struktur hätte nämlichden totalitärenNS-Staat in Schranken 520 Heinrich,Grundlagen. 521 SiehedazudenBriefHeinrichsanDegenfeld-Schönburgvom6.11.1934,abgedruckt inder Arbeiter-Zeitung vom10.3. 1946 (SOWIDOK, AKWien, Tagblattarchiv, MappeOthmar Spann,Wienbibliothek imRathaus). 522 Vgl.Brakelmann,MitschuldundWiderstand55. Gesellschaftswissenschaft 595
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938