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Bern.Nach einem Intermezzo anderUniversitätHallewurde 1906nachWien
berufen,wo er bis zu seinemTode im Juli 1927Geographie undKlimatologie,
insbesondereGlaziologie lehrte.GemeinsammitEugenOberhummerfungierte
Brückner als Leiter des Instituts für Geographie an der Philosophischen Fa-
kultät. Er war unter anderem Präsident des Naturwissenschaftlichen Orient-
vereins undderÖsterreichischenAdriakommission. Brückner lehrte undpu-
blizierte zumeteorologischen, wirtschaftsstatistischen und ethnographischen
Themen, etwa»KlimaschwankungenundVölkerwanderungen im19. Jahrhun-
dert« (1910).
Nach demTode Eduard Brückners im Juli 1927 wurde zunächst das Lehr-
angebot von Otto Lehmann in das Vorlesungsverzeichnis für Rechts- und
Staatswissenschafterinnen aufgenommen. Im Wintersemester 1927/28 las
Oberhummer »Allgemeine Wirtschaftsgeographie« und Lehmann »Wirt-
schaftsgeographievonMitteleuropa«.
b) EugenOberhummer598
EugenOberhummerwurde1859inMünchengeborenundhatteanderdortigen
UniversitätNaturwissenschaftenundklassischePhilologiestudiertsowieander
TechnischenHochschuleGeographieundGeologie.NachseinerPromotionzum
PhDr.1882 belegte er noch Studien der ägyptischenAltertumskunde undder
römischenGeschichte, wurde 1887 für Alte Geschichte undHistorische Geo-
graphiehabilitiertund1892außerordentlicherProfessorderGeographieander
UniversitätMünchen. 1903erhieltOberhummereinenRuf ausWien,woerbis
1931die historisch-kulturgeographische Lehrkanzel innehatte. SeinHauptfor-
schungsgebietwardiehistorischeundpolitischeGeographie;Oberhummergilt
zudemals Begründer der kartographiegeschichtlichen Forschung an derUni-
versitätWien.Er verstarbam4.Mai1944 inWien.
c) OttoLehmann
Geboren1884inWien,wurdeOttoLehmannimJuli1908zumPhDr.promoviert
und habilitierte sich für TheoretischeMorphologie. Zu seinen Publikationen
zählenunteranderem»DieOberflächengestaltungderösterreichischenAlpen«
(1928) sowie eine »HydrographiedesKarstes« (1932).DaLehmannbald einen
RufandieTechnischeUniversitätZüricherhieltundWienverließ, schienseine
Lehrveranstaltunglediglich1927/28imVorlesungsverzeichnisauf.Nachseinem
Weggangwurde den Studierenden nurOberhummersVeranstaltung offeriert.
598 Vgl. IngridKretschmer,Oberhummer,Eugen, in:NDBXIX(Berlin1999)388 f.
Wirtschaftsgeographie 627
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik