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einemwichtigen Gebiet der rechts- und staatswissenschaftlichen Ausbildung
machenwollte.
Außerdementfaltete Seidler auch in der Soziologie einigeWirkung; er ver-
standdenStaatalskulturell-sozialesPhänomenunddieRechts-als empirische
Sozialwissenschaft.613DementsprechendwarSeidlerseitOktober1907Mitglied
der »American Academy of Political and Social Science« in Philadelphia und
wirkte zudembis1925 imAusschussderVolkstümlichenUniversitätsvorträge.
Zu seinenwichtigsten wissenschaftlichen Arbeiten zählen der »Leitfaden der
Staatsverrechnung« (1885), »Das juristische Kriterium des Staates« (1904),
»EinführungindiedoppelteBuchhaltung,mitbesondererBerücksichtigungder
Bilanzlehre« (1918)und»GrundzügedesallgemeinenStaatsrechtes« (1929).
Seidler bildete Generationen von Beamten im Rechnungswesen aus und
prägtedasFachderFinanzwissenschaft,zumalerbiszuseinerEmeritierungam
30.September1929deneinzigenLehrstuhl innehatte.SeidlersVorlesungen–er
las semesterweise alternierend »Allgemeine Staatsverrechnung« (imWinterse-
mester) und »Österreichische Staatsverrechnung« (im Sommersemester) –
wurdenperWintersemester 1929/30 vomPrivatdozentenWilhelmNeidlüber-
nommen. Neidl lehrte zwar ab 1936 als Privatdozentmit demTitel eines au-
ßerordentlichen Professors, der Lehrstuhl Seidlers wurde allerdings nicht
nachbesetzt.
GustavSeidler verstarb inWienam27.März1933.
613 Vgl. Schulte, Seidler;Winkler,Rechtswissenschaft 57 ff.
Staatsverrechnungswissenschaft 637
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik