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I. DieösterreichischeUniversitätslandschaft um19181
(KamilaSTAUDIGL-CIECHOWICZ)
A. Allgemeines
VordemZusammenbruchderMonarchiegabes inderösterreichischenHälfte
achtUniversitäten:AlsgrößteUniversität beherbergtedieUniversitätWien im
Studienjahr1913/1429.205HörerinnenundHörer,gefolgtvonderKaiser-Franz-
Universität zu Lemberg [Lwiw (ýmSwS)/UKR]mit 5.206, der böhmischenKarl-
Ferdinands-UniversitätinPrag[Praha/CZ](4.321Studierende),derJagiellonen-
Universität inKrakau[Krakûw/PL]mit2.605,derKarl-Franzens-Universität zu
Grazmit 2.070, der deutschenKarl-Ferdinands-Universität zu Pragmit 2.067,
der Leopold-Franzens-Universität zu Innsbruckmit 1.422 und schließlich der
kleinstenUniversität Cisleithaniens, der Franz-Josephs-Universität inCzerno-
witz [Cˇernivci/UKR] mit 1.124 Studierenden. Insgesamt verzeichnete Cislei-
thanien somit 28.020 Studierende, davonwaren 2.260 Frauen. Interessant er-
scheintdieAufteilungderStudierendenaufdieUniversitäten–sowaren56,7%
derStudierendenaneinerderfünfdeutschsprachigenUniversitätenbeheimatet,
43,3%besuchtenhingegeneinederdreinichtdeutschsprachigenUniversitäten.
Auffallend indiesemZusammenhang ist auchdiehöhereQuote anStuden-
tinnen an den nicht deutschsprachigen Universitäten: Während an der Uni-
versitätWienrund7%Studentinneninskribiertwaren,warenesandergrößten
nicht deutschsprachigen Lehranstalt, der Universität in Lemberg, rund 10%.
Die insgesamt höchste Frauenquote wurde im Studienjahr 1913/14 an der
1 DieeinzelnenKapitelwerdensichnurmitdendeutschsprachigenUniversitätenbeschäftigen,
da keiner der zwischen 1918 und 1938 an der Wiener Fakultät lehrender Rechts- und
Staatswissenschafter an der Universität in Krakau oder in Lemberg gelehrt hat. Zu den
Universitäten in der Habsburgermonarchie gibt es umfangreiche Literatur so bspw.:
Hochgerner, StudiumundWissenschaftsentwicklung; Schübl, Heppner, Universitäten;
Plaschka,Mack,Wegenetz; Lemberg, Universitäten; dazu auch Staudigl-Ciechowicz,
Universitätenum1918.
2 Die folgendenZahlenwurden entnommen:Hochgerner, StudiumundWissenschaftsent-
wicklung216mwN.
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik