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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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Ein besonders hartes Schicksal traf die Czernowitzer Professoren nach dem ErstenWeltkrieg, alsdieUniversität nichtmehraufösterreichischenBoden lag und es zu einer Rumänisierung der Universität kam. Bereits zu Beginn des ErstenWeltkriegesmusste inCzernowitzderUnterrichtunterbrochenwerden, da die Stadt von russischen Truppen besetzt wurde. Dies führte zu demVor- schlag,dieUniversitätCzernowitz–bzw.diejuristischeunddiephilosophische, nicht jedochdie griechisch-orientalische Fakultät – vorübergehendnachSalz- burg zu verlegen. Salzburg, wo schon 1622–1810 eine Universität bestanden hatte, bemühte sich schon seit Jahrzehnten um die (Wieder)Eröffnung einer Universitätundhatte32–sodieProponenten–entsprechendeRessourcenumdie zweiFakultätenzubeherbergen.DieIdeestieß1914aufwenigWiderhall,wurde jedochzwei Jahrespäter, alsdieCzernowitzerUniversität abermalsnacheinem unvollständigen Semester wegen russischer Besetzung der Stadt ihre Tore sperrenmusste, erneut präsentiert. ZweiArtikel in der Zeitschrift »Deutscher Hochschulwart« erläutertendiePlänenäher33und führten inweitererFolge zu heftigen Diskussionen. ZumAutor dieser Artikel war zunächst nur bekannt, dass es ein anonymer »Gewährsmann«war –Prokopowitsch führte in seinem 1963erschienenArtikeldenBeweis,dassessichbeidenAutorenumdiebeiden Professoren der Czernowitzer Universität Hans von Frisch (seit 1912 in Czernowitz)undKurtKaser(seit1914inCzernowitz)handelte.34AlsArgument für die Verlegung brachten die Artikel, »daß die Deutsche Universität in Czernowitz vielmehr, so sonderbar dies auch auf den ersten Blick erscheint, nicht deutsch, sondern antideutschwirkt«35undbetonten, dass selbst die Stu- dierenden,dieals»deutsch«aufscheinen,mehrheitlichnicht»deutsch«sondern »jüdisch« seien, da sich die Einteilung auf die Muttersprache und nicht die Nationalitätbeziehe.EinweiteresArgumentgegendieBelassungderUniversität wurde in der schlechten Vorbildung der Studierenden gesehen – die Artikel äußerten sich abschätzend über die Bevölkerung Bukowinas, so heißt es im erstenBeitrag: »Das sozialeNiveau, ausdemdie Studenten größtenteils stam- TraversaEduard. Traversa »kannteundbenützte« lautAussagedesGutachtersVoltelini in seinerHabilitationsschrift»DasFriaulischeParlament«aus1911dasWerkvonPierSilverio Leicht »Il parlamento della patria del Friuli«, das er aber »außer in seinemLiteraturver- zeichnis sonst nie angeführt« hatte: OswaldRedlich anBMU, 19.7. 1921,ÖStAAVA,Un- terrichtAllg.,Univ.Wien,Karton614,PersonalaktTraversaEduard. 32 Vgl.dazuOrtner,Universität inSalzburg. 33 VerlegungderFranz-Josefs-Universität; ZurSalzburgerUniversitätsfrage. 34 Prokopowitsch, KampfumdieVerlegung31 f. Erwies auf die sich imBestandderUni- versitätsbibliothekbefindlichenManuskriptederArtikelhin:»DieVerlegungderk.k.Franz Josefs-Universität von Czernowitz nach Salzburg« gezeichnet Hans von Frisch und Kurt Kaser, sowie »Zur Salzburger Universitätsfrage« gezeichnetHans von Frisch. BeideMau- skripte sind den entsprechenden Ausgaben des Deutschen Hochschulwart angefügt (Si- gnatur:UBWienII-421.543/13.1917). 35 ZurSalzburgerUniversitätsfrage2. DieFranz Josef-Universität inCzernowitz 649
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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