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stimmig der Entschluss der Erteilung der Lehrbefugnis gefasst.68 Sowohl die
Wiener Fakultät als auch die Grazer Fakultät schickten ihren Beschluss dem
UnterrichtsministeriumzurBestätigung,welche am5.April 1933 erfolgte und
dieAufnahmeWilburgs indenGrazerLehrkörperbewirkte.69
FolgendeLehrende,diespäteranderWienerFakultät tätigwaren,habensich
inGraz habilitiert:Max Layer,Hans Sperl, Hubert Streicher, LeopoldWenger
undMoritzWellspacher.EinIntermezzoanderGrazerFakultätlegtenauchJosef
ScheyvonKoromla,ErnstvonSchwindt,WilhelmAndreaeundMorizWlassak
ein. 1921nahmHansMayerdieNachfolgenachJosephSchumpeter inGrazan.
Danebengab esdesÖfterenBestrebungen,WienerRechtswissenschafter nach
Graz zu holen, die scheiterten – so eine BerufungHans Kelsens70 1916. 1928
konntesichderVorschlagLayers,AdolfMerkl (nebenMaxKulischundLudwig
Adamovichsen.) indenBesetzungsvorschlagfürseineNachfolgeaufzunehmen,
nichtdurchsetzen.71
F. DieLeopold-Franzens-Universität Innsbruck72
AuchzwischendenUniversitätenInnsbruckundWienfandeinregerAustausch
vonProfessoren statt, undviele der späterenWienerProfessorenhatten zuvor
einige Jahre in Innsbruck gelehrt. Zu nennen sind Ernst Schwind, Edmund
Bernatzik, Heinrich Lammasch, FriedrichWoess,MoritzWellspacher, Gustav
Walkerunddergebürtige InnsbruckerHansVoltelini,dersichdurchwegsauch
bemühteWissenschafter aus seiner Heimatstadt zu fördern.73 Sowohnte bei-
spielsweise FranzGschnitzer, der in Innsbruck sein Studium absolviert hatte
undnachWienzurSpezialisierungimRömischenRechtgekommenwar,beider
FamilieVoltelini.74
Doch kam es auch vor, dass Juristen, die später an der Universität Wien
Berühmtheit erlangten, zuvor an einer Berufung nach Innsbruck gescheitert
68 BerichtdesWienerProdekansVerdroßandasUnterrichtsministeriumvom20.2. 1933,UA
Graz, Jur. Fak.1932/33, 629ex1932/33.
69 Da die Wiener Fakultät das Habilitationsverfahren auf der Grundlage einer Delegation
durchgeführt hatteundWilburg sich somit rechtlich gesehenanderUniversitätGrazund
nichtanderUniversitätWienhabilitierthatte,handelt es sichbeiWesener, Privatrecht88
wohl um ein Versehen, wenn er schreibt,Wilburg habe sich in an der UniversitätWien
habilitiertunddieLehrbefugnisnachGrazübertragen.
70 Vgl.dazuOlechowski, BerufungennachGraz,CzernowitzundWien.
71 UAGraz, Jur. Fak.1927/28, 1079ex1927/28.
72 Vgl. dazuLichtmannegger, Rechts- undStaatswissenschaftlicheFakultät; Oberkofler,
Goller,Universität Innsbruck.
73 Vgl.dazu691.
74 Lichtmannegger,Rechts-undStaatswissenschaftlicheFakultät 127 f.
DieösterreichischeUniversitätslandschaftum1918656
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik