Seite - 683 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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zusammenmit IgnazSeipel undHeinrichLammasch. Letzterer holte ihn1918
für wenigeWochen als Finanzminister in die von ihmgeführte letzte k.k. Re-
gierung;55 dieses Amt sollte Redlich 1931 für knapp vier Monate abermals
ausüben. Die Jahre 1926 bis 1934 verbrachte Redlich zum großen Teil in den
Vereinigten Staaten, wo er an der Universität HarvardVergleichendes Staats-
undVerwaltungsrechtunterrichtete.Er starb1936 inWien.
c) Hans (von)Frisch56
DergebürtigeWienerHansFrisch,57BruderdesspäterenNobelpreisträgersKarl
Frisch,58habilitierte sichnachseinerPromotionzumDoktorderRechteander
UniversitätWien (26. Juni 1900)59 1903 inHeidelberg für Staats- undVerwal-
tungsrecht, 1904wechselteeralsPrivatdozentnachFreiburg imBreisgau,1906
wurdeerzumordentlichenProfessorinBaselernanntundkamschließlich1912
alsNachfolger vonKarlLamp60nachCzernowitz. 1919wurde»die rumänische
Sprache als allgemeine Vortragssprache sowie als Amts- und Dienstsprache
eingeführtund[…]jeneProfessoren,wissenschaftlicheHilfskräfteundsonstige
Angestellten der Universität, welche wegen Unkenntnis der rumänischen
Sprache denneuenDienstanforderungennicht zu entsprechenvermögen,mit
Ende September 1919 von ihrerDienststellung ander obbezeichnetenUniver-
sität enthoben«,61soauchFrisch.ErwechselteandieTechnischeHochschule in
Wien, wo er zunächst die Lehrkanzel für Verfassungs- undVerwaltungsrecht
supplierte62 und 1921 schließlich zum ordentlichen Professor an der Techni-
schenHochschule ernanntwurde.63»Als solcherhielt erVorlesungenüberAll-
gemeine Rechtskunde, Verfassungsrecht, Verwaltungsrecht, Baurecht, Patent-
recht,VersicherungsrechtundEisenbahnrecht.«64FürseineLehrtätigkeitander
55 Dazuoben522.
56 ÖBLI (Wien1956)369 f.; Funk, »Österreichische«Staats(rechts)lehre399 f.; Schartner,
DieStaatsrechtler 42–55.
57 14. 8. 1875–15.3. 1941.
58 KarlFrischwurde1973gemeinsammitKonradLorenzundNikoTinbergenderNobelpreis
für Physiologie oderMedizin verliehen. Vgl. [http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/me
dicine/laureates/1973/frisch-facts.html–abgerufen18.12. 2013].
59 UAW,SenatS.304.312,PersonalblattFrischHans; es sindzweiPersonalblätter vonFrischvor-
handen, in denenunterschiedliche Promotionsdaten angegeben sind (26. bzw 30. Juni), dem
Promotionsprotokoll zufolge (UAW,M32.4–530) istder26. JunidasrichtigeDatum.
60 1866–1962; vgl. Lichtmannegger,Rechts-undStaatswissenschaftlicheFakultät 89 ff.
61 ErlassdesStaatsamtsfürInneresundUnterricht(Unterrichtsamt)vom12.6.1919,Zl. 12231,
ÖStAAVAUnterrichtAllg.,Univ.Czernowitz,Karton1185, 5C1,GZl. 12231/1919.
62 Z. 2804ex1919/20,ArchivderTUWien,PersonalaktHansFrisch, S3451919/20.
63 Z.21952/21–1-Abt.3ex1919/20,ArchivderTUWien,PersonalaktHansFrisch,S3451919/
20.
64 HelfriedPfeifer,Nachruf aufHansFrisch,UAW,SenatS. 305.59.
TechnischeHochschule 683
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik