Seite - 690 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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wissenschaftlichenFakultät an:WenzelGleispach, Paul Jörs, FranzKlein,Max
Layer,HansMayer,AdolfMenzel,JosefSchey-Koromla,ErnstSchönbauer,Ernst
Schwind, Othmar Spann, Carl Stooss, AlfredVerdross, HansVoltelini, Gustav
Walker, Leopold Wenger, Friedrich Wieser, Moriz Wlassak und Friedrich
Woess.18
DerGroßteil dieser Gelehrtenwidmete sich den historischenAspekten des
Rechts–auch imHinblickaufdieEinsetzung inKommissionenderAkademie
der Wissenschaften fällt auf, dass es außer den beiden rechtshistorischen
Kommissionen (der Kommission für die Savigny-Stifung19 sowie derWeistü-
mer- undUrbarkommission) keine recht- und staatswissenschaftlichenKom-
missionen gab. Das wiederum führte zu einer stärkeren Verankerung jener
MitgliederderrechtshistorischenFächer,wassichauchanderBeteiligungderen
Vertreter andemTagesgeschehen inderAkademiederWissenschaftenwider-
spiegelt.
DieVertreterderRechts-undStaatswissenschaften inderAkademiewurden
in der Regel auch von Rechts- und Staatswissenschaftern vorgeschlagen, nur
vereinzelt wurde davon abgegangen – so finden sich diesbezüglichWahlvor-
schlägederwirklichenMitgliederAlfonsDopschundOswaldRedlich.DieTa-
belle 2 zeigt die Initiative derwirklichenMitglieder derAkademie, die ander
Wiener Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät lehrten, bei der Wahl
neuerMitglieder. Anhand dieser Daten lässt sich nachvollziehen, welche Per-
sonen von wem vorgeschlagen wurden, was auf eventuelle Netzwerke Rück-
schlüsse ziehen lässt.Zubeachten ist jedoch,dassdasvorschlagendewirkliche
Mitgliednicht zwingendder InitiatorderWahl seinmusste.
DieseÜbersicht zeigt, dassunterdenRechts-undStaatswissenschafterndie
RechthistorikerdiemeistenVorschläge fürMitgliederbrachten.Zwischen1919
und 193820wurden insgesamt 68Wahlvorschläge eingebracht, davon 54 von
Rechtshistorikern (Romanisten undGermanisten), während lediglich 14Vor-
schlägevonRechtsdogmatikernkamen.Diese14Wahlvorschlägerichtetensich
jeweils ebenfalls auf Rechtsdogmatiker – insgesamt wurden dadurch sieben
Personen vorgeschlagen, davonwar in fünf Fällen (Spann, Layer,Mayer, Ver-
dross,Menzel) dieWahl zumMitglied erfolgreich. Josef Redlich sowieViktor
als auch dieWahl nach dem »Anschluß« erfolgten. Vgl. zu den zwischen 1937 und 1944
gewähltenMitgliederndie tabellarischenÜberblickeunten693–700.
18 Ebenfalls während der Herrschaft der Nationalsozialisten wurden einige an derWiener
Rechts- undStaatswissenschaftlichenFakultät aktive,wie auchemeritierte bzw. ehemalige
LehrendezuMitgliedernderAkademiegewählt:1940AlexanderHold-Ferneck,1941Rudolf
Köstler (dienachdem»Anschluß«erforderlicheBestätigungdurchdenReichsminister für
Wissenschaft, Erziehung undVolksbildung erfolgte erst 1943), 1942Hans Sperl zumEh-
renmitglied und 1943Karl GottfriedHugelmann, der bereits seit 1935 inMünster lehrte.
19 Vgl. zudieserKommissionOgris,DieSavigny-Stiftung.
20 AuchhierwurdedieWahl1938nichtmehrberücksichtigt.
DieAkademiederWissenschaften
inWien690
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik