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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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IV. Extramuros: Vereine,Gesellschaften,KreisundVolksbildung (TamaraEHS) A. Einleitung Die außeruniversitäre Wissenschaftskultur der Zwischenkriegszeit stellte für zahlreiche Rechts- und Staatswissenschafter/innen nicht nur dieMöglichkeit zur interdisziplinärenZusammenarbeit undzurVerbreit(er)ung ihresWissens dar, sondernwar vielfach auch eine notwendigeÜbergangslösung angesichts des krisenhaftenArbeitsmarktes und antisemitischer sowie antimarxistischer Universitätspolitik.KarlH.Müllerschreibtrichtig,dass»dasUniversitätssystem auchschonvor1933eher routiniert gegenPersonenausder linkenUmgebung sowie gegen Angehörige aus dem Judentum«1 diskriminierte, und Johannes Feichtinger gibt zubedenken: »InAnbetracht des verstärktenZugriffs der na- tional-katholischenMachtpolitikaufdieUniversitätwurdenWissenschaftermit unliebsamenAuffassungenbald ins akademischeAbseitsmanövriert. ImZuge der ›Nationalstaatswerdung‹Österreichs hatte sich zusehends auch der Anti- semitismusverschärft.«2Die außeruniversitäreWissenschaftskulturwar somit bereits ein »extramurales Exil« vor der eigentlichen Emigration, die in nicht wenigenFällen schon indenspäten1920er Jahreneinsetzte.3 InderZwischenkriegszeitwarennochdie FindeSiÀcle-Kulturbürgerlicher Salons undZirkel sowie die Tradition der (meist sozialdemokratisch getrage- nen)Bildungsvereine lebendig.Dort diskutiertenAngehörige derRechts- und Staatswissenschaftlichen sowie anderer Fakultäten mit Studierenden und Aspirant/inn/en einer akademischenKarriere ebensowiemit bildungshungri- gen Arbeiter/inne/n. Neben dem progressiven, links-liberalen, »roten«Wien pflegte auch das konservative, christlich-katholische sowie deutsch-nationale Milieu seine Kreise und Privatseminare jenseits der Mauern, allerdings in 1 Müller,KritischeMassen135. 2 Feichtinger,KulturelleMarginalität 311. 3 Zur These des »extramuralen Exils« siehe: Ehs, Vertreibung in drei Schritten; sowie Ehs, ExtramuralesExil.
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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