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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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der fürdieWienerModernedasModell derKreisformationausgearbeitet hat8, verfügte jederKreisüber einenunverkennbarenMittelpunkt, der eine Schlüs- selfigurderkreativenInteraktionenjenerJahrewar,etwaOttoWagner,Sigmund Freud oder im Falle der Rechts- und Staatswissenschafter unseres Untersu- chungszeitraumsHansKelsen,LudwigMises,OthmarSpann.Zudemwarendie Teilnehmer/innen der Kreise untereinander vernetzt, sodass sich zahlreiche Kreise mit benachbarten Zirkeln überschnitten. Diese extramuralen Zusam- menkünftebautenzivilgesellschaftlicheWissensnetzwerkeaufundbildetenlaut KarlH.Müller als kritischeMasse eine »unerwartete Substitution, die parallel oderbesser: gegenläufig zudenUniversitäten«agierte.9 Aufden folgendenSeitenwirdein chronologischerÜberblicküberVereine, GesellschaftenundKreisegegeben,andenenAngehörigeoderAbsolvent/inn/en derRechts-undStaatswissenschaftlichenFakultätderUniversitätWienbeteiligt waren.DasicheinerseitsaufgrundderextremenInter-undTransdisziplinarität jener außeruniversitärenWissenschaftskultur einzelne Rechts- und Staatswis- senschafter/innen auch in – auf den ersten Blick – gänzlich fachfernen Zu- sammenkünfteneinfandenunddieAnzahlderzubehandelndenEinrichtungen dahersehrgroß ist,andererseitsdieprivateWienerKreis-undSalonkulturjener Jahre ebenso umfangreichwie oft wenig dokumentiert ist, kann die folgende Zusammenstellung lediglich einen Aufriss darstellen. Ein Schwerpunkt liegt allerdings auf derWienerVolksbildung, die trotz guter Quellenlage gerade in HinblickaufdieRechts-undStaatwissenschafter/innenbislangkaumerforscht war. B. AkademischeVereineund außeruniversitärewissenschaftlicheVereinigungen 1. Juridisch-politischerLesevereinzuWien10 DerältesteVereinimUmfeldderRechts-undStaatswissenschaftlichenFakultät war der 1841 gegründete Juridisch-politische Leseverein. In den ersten Jahren erfüllte ermitunter denZweck einer Standesorganisation derWienerAnwalt- schaft,dochauchspäter stelltenAdvokatendieMehrheitderVereinsmitglieder und-teilnehmer.InsbesondereimUntersuchungszeitraumunsererStudiesetzte sich der Vereinsvorstand stets mindestens zur Hälfte aus Rechtsanwälten zu- sammen, der Präsident war ausnahmslos Advokat. Die Vereinsstatuten des 8 Vgl.Timms,KarlKraus. 9 Müller,KritischeMassen135 f. 10 FürDetails sieheBrauneder, Leseverein. AkademischeVereineundaußeruniversitärewissenschaftlicheVereinigungen 703
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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