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GesellschaftzähltenunteranderenSigmundAdler,CarlSamuelGrünhut,Adolf
Menzel, StanislausPineles, LeoStrisowerundFriedrichTezner.
DieWienerJuristischeGesellschaft ludetwasechsbissiebenMalproJahrzu
Vorträgen aktuellen rechtspolitischenGehalts aus allen Bereichen der Rechts-
und Staatswissenschaften. Damit leistete sie nicht nur einen Beitrag zurWei-
terentwicklungder Jurisprudenz, sondernbeeinflusstestetsauchdie legislative
Tätigkeit der RepublikÖsterreich. Für die Jahre unseres Untersuchungszeit-
raumsisteinevollständigeDokumentation jenerVorträgeerhalten14. Sosprach
zumBeispiel FranzKlein am20.November 1918 zumThemaDerAufbauvon
Deutsch-Österreich, Richard Reisch am 5.Feber 1919 über Die finanziellen
Probleme,HansKelsenam5.November1919überWesenundWertderDemo-
kratie, und LudwigMises am18.Feber 1920 überGeldentwertung undRecht.
Nachdemes inden Jahren1921bis 1927kaumVortragsbetrieb gegebenhatte,
begann das Jahr 1928 mit einer siebenteiligen Reihe, an der unter anderem
HeinrichKlang(14.März1928,DerEntwurfderMietengesetznovelle)undGeorg
Lelewer(28.März1928,DieneueschweizerischeStrafgesetzgebungimVerhältnis
zum österreichisch-deutschen Strafgesetzentwurf) teilnahmen. Die meisten
Vorträge unseres Untersuchungszeitraums wurden 1929 gehalten, als Ludwig
Adamovich eineWechselredeüber dieVerfassungsreform eröffnete (6.Novem-
ber), dieHansKelsenundHermannEckel am14.November,RudolfHermann
Herrnritt, Adolf Merkl, Heinrich Klang und Karl Gottfried Hugelmann am
20.November, sowieArthur Lenhoff, Georg Fleischer undEgon Schönhof am
27.November1929 fortsetzten.
Die Gesellschaft und ihr Vortragsprogrammwurden in den 1930er Jahren
auchzurZeit desDollfuß-Schuschnigg-Regimesweitergeführt: unter anderem
von Ferdinand Degenfeld-Schonburg am 6.Dezember 1933 zur Enzyklika
Quadragesimo anno, Robert Bartsch am 21.November 1934 über Die Aus-
gleichsnovelle, Ludwig Adamovich am 23. Jänner sowie Adolf Merkl am 30.
Jänner1935überDieBaugesetzederneuenösterreichischenVerfassung,Rudolf
Köstler am13.Feber 1935 zuGrundfragendesKonkordatsundErichHula am
27.März 1935 zumThemaDer korporative Staat des Faschismus.Die letzten
VorträgefandenimFeberundMärz1938statt,etwaLeonidasPitamic’Gedanken
zum Interpretationsproblem. In den Jahren 1939 bis 1945 gab es seitens der
Wiener JuristischenGesellschaftwederVorträgenochVeröffentlichungen.
14 SiehedazuBarfuß, 125 Jahre.
AkademischeVereineundaußeruniversitärewissenschaftlicheVereinigungen 705
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik