Seite - 708 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Bild der Seite - 708 -
Text der Seite - 708 -
senschaftlicheSektionen,daruntereine fürSozial-undRechtswissenschaft,die
imJahr 1895begründetwurde. In jener Sektion trugen imUntersuchungszeit-
raum etwaHans Eibl undRichardKralik vor, seitens der Rechts- und Staats-
wissenschaftlichen Fakultät sind insbesondere Othmar Spann, Ernst Karl
Winter, Alfred Verdroß und Erich Vögelin sowie die Mitglieder des Spann-
KreisesWalterHeinrich, JakobBaxaundRichardKerschaglhervorzuheben.
MitKongressen,Ausstellungen,KursenundVorträgen sowiemit dem Jahr-
buchderLeo-Gesellschaft tratderVereinandieÖffentlichkeit.Außerdemwaren
die Mitglieder der Leo-Gesellschaft in den von Joseph Eberle geleitetenWo-
chenschriftenDasNeueReichundSchönereZukunftpublizistischtätig. Inihren
Artikelnoffenbarte sich laut JanekWassermandas»SchwarzeWien«20.
Nach demAnschlussÖsterreichs anHitler-Deutschland stellte die Leo-Ge-
sellschaftihreTätigkeiteinundwurde1939behördlichaufgelöst.Am8.Oktober
1945 nahmdieWienerKatholischeAkademie in der Traditionder Leo-Gesell-
schaft ihreTätigkeit auf.
7. SozialwissenschaftlicherBildungsverein21
Der Sozialwissenschaftliche Bildungsverein war 1895 von Studierenden ge-
gründet, aber vomRektorat nicht als akademischerVerein anerkanntworden.
DennochzählteerimLaufederJahreunteranderemFriedrichAdler,MaxAdler,
Adolf Braun,GustavEckstein,MichaelHainisch, FriedrichOttoHertz, Rudolf
Hilferding, LudwigMises, Josef Luitpold Stern undOttoWeininger zu seinen
Mitgliedern.
Dieser vonStudierendengetrageneVerein,derauchAbsolvent/innenzuließ,
befandsich inderSchlösselgasse11undwar laut§2derStatutenvoralleman
nationalökonomischen und soziologischen Fragen interessiert. Als Vereins-
zweckwurdegenannt, »indieGrundlage jederPolitik, indieGesellschaftswis-
senschafteneinzuführen«.DafürorganisiertemanVorträgeundDiskussionen,
legteeineBibliothekundLesehallean,verlegteDruckschriftenundveranstaltete
Exkursionen.LautKarlRenner,derauchSchriftführerundspäterObmannwar,
wurden im Sozialwissenschaftlichen Bildungsverein Themen vorgetragen und
diskutiert,»derenBehandlungdenoffiziellenLehrkanzelnderUniversitätschier
nochals Sakrileggalt.«22
20 Wasserman, BlackVienna.
21 Vgl.UAW,SenatS. 165.222undS.165.19.
22 Renner,Wende282.
Extramuros:Vereine,Gesellschaften,KreisundVolksbildung708
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik