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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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8. SoziologischeGesellschaft DieWiener SoziologischeGesellschaftwurde am5.Feber 1907unter anderem vonMaxAdler,RudolfGoldscheid,MichaelHainisch,LudoMoritzHartmann, WilhelmJerusalem,RosaMayrederundKarlRennerbegründet,dieimInteresse sozialer Reform darauf hinarbeiten wollten, »für die jungeWissenschaft der Soziologie, die damalsnochvielfachumstrittenwar, volleAnerkennungzuer- wirken«23, wie dasPräsidium inden einleitendenWortender ab 1926 erschie- nenen vereinseigenen Schriftenreihe schrieb. In dieser Reihe veröffentlichten auchAngehörige der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät Aufsätze, wiezumBeispielHansKelsen,derauchAusschussmitgliedderGesellschaftwar, dieSchriftDasProblemdesParlamentarismus.24 Neben der Popularisierung vonWissenmittels der überwiegend aus Vor- tragsmanuskripten bestehenden Schriftenreihe die unter dem Anspruch er- schien, »Allgemeinbildung als soziologische Bildung zu fördern, die Einglie- derung der Soziologie […] an allen Schulen überhaupt zu propagieren, uner- müdlich derMehrung und Vertiefung jener Kenntnisse und Erkenntnisse zu dienen,dieniemandentbehrenkann,der imöffentlichenLebenstehtoderder zum Bewusstsein der gesellschaftlichen Notwendigkeiten und Möglichkeiten gelangenwill«25, und es bis zu ihrer baldigen Einstellung 1928 immerhin auf siebenHefte brachte, wurden außerdembeinahe 200Vortrags- undDiskussi- onsabende veranstaltet. Dabei sprachen Otto Bauer, Hermann Cohen, Rosa Mayreder, EugenvonPhilippovich, EmilReich, JosephAlois Schumpeter,Max Weberundviele andere. DieWiener SoziologischeGesellschaft liefertewesentliche theoretischeBei- trägezurSchulreformbewegungundvertratmitNachdruckdieErrichtungvon Lehrstühlen für Soziologie andenHochschulenunddieEinführung soziologi- schenUnterrichts andenSchulen. IhrEngagement inderWiener Schulreform undpersonelleÜberschneidungenmit der SozialdemokratischenPartei ließen sie als sozialdemokratische Vorfeldorganisation erscheinen, wie Stadler be- richtet: »In dieser (der Soziologischen Gesellschaft, Anm.) wurden seit 1918 regelmäßig sozialistisch ausgerichtete, pragmatischundwissenschaftlich-welt- anschauliche Vorträge veranstaltet […] Insofern erfüllte diese Gesellschaft durchaus die Funktion einer intellektuellen sozialdemokratischen Vorfeld- organisation.«26 23 PräsidiumderSoziologischenGesellschaft, o.T. 2. 24 Vgl.Kelsen, ProblemdesParlamentarismus. 25 PräsidiumderSoziologischenGesellschaft, o.T. 3. 26 Stadler, Spätaufklärung461. AkademischeVereineundaußeruniversitärewissenschaftlicheVereinigungen 709
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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