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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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chenDoktorats als Eintrittsberechtigung in den öffentlichen Dienst. Mit Un- terstützungderWienerRechts-undStaatswissenschaftlichenFakultätbrachten die Vereinsmitglieder Anfang des Jahres 1927 bei Bundeskanzler Seipel ein Memorandumein,worin siedarlegten: »DieseKlausel [Anm.: §1Abs.2BGBl 258/1926] ist durch kein Argument zu rechtfertigen. Es ist nicht einzusehen, wovor sie schützen soll. Auch wenn sie nicht bestünde, könnte durch den Nachweis desDoktorats rer. pol. dieQualifikation für denöffentlichenDienst nicht erworbenwerden. Ebensowenig genügt ja auchdasDoktorat derRechte (wie aus dem Paragr. 6 des Gesetzes ex 1893 klar hervorgeht) […] Aus dem bisherGesagtenergibt sich,dassderStaatswissenschafterGelegenheithat, sich soviel an juristischen Kenntnissen anzueignen, als er z.B. für den höheren Verwaltungsdienst braucht. Er soll undwill ja nicht Jurist sein, er will weder Richterwerden,nochwill er indasRechtsbüroeinerBehördekommen.«40Das Bundeskanzleramt unddasUnterrichtsministeriumerachteten denAntrag je- dochals indiskutabel. 16. Österreichisches Institut fürKonjunkturforschung Am1. Jänner 1927 eröffnete LudwigMises das bald gänzlich ausMitteln der Rockefeller Foundation41 finanzierte Institut fürKonjunkturforschung, dessen ersterDirektorFriedrichAugustHayekwurde.DenVorstanddesKuratoriums übernahm Richard Reisch, das Ehrenmitglied derWiener Nationalökonomi- schenGesellschaft.AmInstitut,dasseinenSitzbeiMisesinderHandelskammer hatte, wurden Konjunkturschwankungen und insbesondere die Ursache der Zyklen empirisch erforscht, sowie es Hayek imZuge seines US-Aufenthaltes gelernthatte.DamitwardasÖsterreichische Institut fürKonjunkturforschung die ersteEinrichtungdieserArt inEuropa. Das Institut beschäftigte neben demDirektor Hayek zwei weitere Schüler Mises’,nämlichGottfriedHaberlerundOskarMorgenstern.AlsHayek1931an die London School of Economics wechselte, übernahmMorgenstern dessen StellealsDirektor.MitdemWeggangvonMisesausWienerhielterab1934 freie Hand, umdas Institut neu zu positionieren undweitereMitarbeiter/innen zu beschäftigen, unter anderemden Staatswissenschafter FritzMachlup undden Rechtswissenschafter Gerhard Tintner, die jedoch beide schon wenig später mittelsStipendienderRockefellerFoundationalsEconomics-Studierendeindie USAgingen.Laut JohannesFeichtinger läuteteMorgensterndiemathematisch- 40 MemorandumüberdieNeuregelungdesstaatswissenschaftlichenStudiumsundErlangung desDoktorates,ÖStAAVA,UnterrichtAllg., Prüfungen,Karton6902,Az14842/1927. 41 Vgl.Craver, Patronage213 f. Extramuros:Vereine,Gesellschaften,KreisundVolksbildung716
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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