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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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19. WirtschaftspsychologischeForschungsstelle45 Am27.Oktober 1931 als Sozialpsychologischer Verein gegründet, wurde diese Einrichtung alsbald inÖsterreichische Wirtschaftspsychologische Forschungs- stelle umbenannt und war mit dem Psychologischen Institut der Universität Wienassoziiert. IhrGründerwarPaulLazarsfeld, derdamals als eindurchdie Rockefeller Foundation finanzierter Assistent beim Ehepaar Bühler arbeitete. AlsVereinspräsidentfungierteKarlBühler,demeinKuratoriumzurSeitestand, dem zahlreiche Nationalökonomen der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät angehörten, nämlichFerdinandDegenfeld-Schonburg, LudwigMises, OskarMorgenstern undRichard Strigl. Leiterin des Büros war die Staatswis- senschafterinCharlotteRadermacher,dieam18. Juli1932beiWilhelmWinkler undFerdinandDegenfeld-Schonburgmit derDissertationDieVolksheimhörer indenJahren1927–29zurDr.rer.pol.promoviertwordenwar.46 ImSekretariat arbeitetenaußerdemdieJuristinGertrudeWagnerundalsleitenderSekretärder JuristundStudierendederStaatswissenschaftenHansZeis(e)l47. NachdemdemWeggangPaulLazarsfeldslöstesichderVereinimJänner1935 freiwillig auf undwurde alsArbeitsgemeinschaft derMitarbeiter derÖsterrei- chischen Wirtschaftspsychologischen Forschungsstelle neu gegründet, jedoch nichtmehralsVerein, sondernalsGesellschaftbürgerlichenRechts.Mitdieser vollständigen Loslösung vom Psychologischen Institut der Universität Wien wurde inÖsterreichdie erste außeruniversitäre, reinprivatwirtschaftliche, so- zialwissenschaftlicheForschungseinrichtunggeschaffen. Ihrewissenschaftliche LeiterinwarnunmehrMarieJahoda,diejedochimNovember1936alsAktivistin der imAustrofaschismus illegalisiertenRevolutionären SozialistenÖsterreichs (RSÖ) verhaftetwurde. ImMärz 1937wurdedieForschungsstelle geschlossen. DieWirtschaftspsychologische Forschungsstelle war durch dieMarienthal- Studie berühmt geworden, die heute als Klassiker der empirischen Sozialfor- schunggilt.48SiebeschäftigteüberdieJahrehinwegandie160wissenschaftliche Mitarbeiter/innen, darunter auch zahlreicheAbsolvent/innen derRechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät, zum Beispiel die Doktorin der Staatswis- senschaften Elisabeth Schilder oder den Doktor der Rechte Joseph Theodor Simon. 45 Vgl.Müller,Marienthal. 46 Vgl.UAWJRASt1046.DerAkt enthält auchRadermachersDissertation. 47 Zeisl (später Zeisel) war am20.12. 1927 zumDoktor der Rechte promoviert wordenund hatte imJahr1930seineDissertationzumThemaMarxismusundsubjektiveTheorie (UAW, Sign. L 1239) eingereicht (UAW, J RASt 1112), darüber auch bereitsGutachten vonHans Mayer und Ferdinand Degenfeld-Schonburg erhalten, das Studium aus unbekannten GründenallerdingsniemitdemDoktorgradabgeschlossen. 48 Vgl. Jahoda,Marienthal. Extramuros:Vereine,Gesellschaften,KreisundVolksbildung718
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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