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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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einzigeMöglichkeit,zusammenzukommen,mitdemZiel,sichzuorganisieren,was für sie eine Existenzfragewar. SonahmderArbeiterbildungsverein zwangsläufig einenpolitischenCharakteran«,konstatiertGertraudKuchner55.DieVolksbildung hingegenwandtesichparteifreianalleSchichtenundvermitteltenebenzahlreichen Hygiene- undSprachkursen auch rechts- und staatswissenschaftliche Inhalte, die vonLehrendenderWienerRechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät vorge- tragenwurden. 2. WienerVolksbildungsverein56 Auf einer Initiative von Freimaurern beruhend wurde am 22. Jänner 1887 der WienerVolksbildungsverein insLebengerufen,dersomitals»KeimzellederWiener Volkshochschulbewegung«57 angesehenwerdenkann. EigentlicheGründerwaren der Kunsthistoriker Eduard Leisching, der Industrielle Alexander Peez und der AbsolventderWienerRechts-undStaatswissenschaftlichenFakultät sowiespätere BundespräsidentMichaelHainisch. DerVerein eröffnete indenArbeiterbezirken sogenannteFrei-Lesehallen, i.e. unentgeltliche Bibliotheken, und veranstaltete Vorträge zu (insbesondere na- tur-)wissenschaftlichen, hygienischenundallgemein-/berufsbildendenThemen. AbdemStudienjahr1890/91warenthematischpassendeVorträgeschließlichzu Unterrichts-Cursenzusammengefasst. 1911wurdeeineigenesVolksbildungshaus inderStöbergassebezogen,womit aufgrunddernunbestehendenerstklassigen technischenEinrichtungdieVolksbildungstetigprofessionalisiertwerdenkonnte. Diewirtschaftlichschwierigenfrühen1920erJahrenveranlasstenjedochauchden Wiener Volksbildungsverein zur Einschränkung des Angebots. Erst nach der Währungsreformkonnte die Tätigkeit wieder an dasVorkriegsniveau anschlie- ßen. In den 1930er Jahren begegnete die Vereinsführung der wachsenden Ar- beitslosigkeit, indem sie anVormittagen ein breites Programm, bestehend aus bildendenundunterhaltendenAngeboten fürArbeitslose–die zeitweiseoft die HälftedesPublikumsausmachten!–einrichtete. Das austrofaschistische Regime beendete die Eigenständigkeit desWiener Volksbildungsvereins. Funktionär/innen undDozent/innen, die der SDAPan- gehörtenoderihrnahestanden,wurdenentfernt,dasVortragsangebotaufKurse geändert, die zu einer christlich-katholischen und österreichisch-vaterländi- schenWeltanschauunghinführensollten.MitderEingliederungÖsterreichs in 55 Kuchner,Arbeiterbildung12 f. 56 Vgl. Stifter, Stadterweiterung. 57 Ebd.37. WienerVolks-undArbeiterbildung 721
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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