Seite - 727 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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bäude am Donaukanal bezogen werden, wo auch die erste Volkssternwarte
Österreichs eingerichtetwar.
DieUraniahattedemnacheineerheblichwenigerpolitische, schongarnicht
sozialdemokratische Geschichte, weswegen sie vomDollfuß/Schuschnigg-Re-
gimegeringerbeeinträchtigtwaralsetwaderWienerVolksbildungsvereinoder
dasVolksheim. Erst dieNationalsozialisten lösten denVerein auf undnutzten
dasGebäudealsSitzdesGauvolksbildungswarts.
Zu den in der Urania Vortragenden zählten verständlicherweise vor allem
Naturwissenschafter/innen, unter ihnen etwa die Gastvortragenden Albert
Einstein und Max Planck. Doch auch Absolvent/innen und Angehörige der
Rechts- undStaatswissenschaftlichenFakultät hieltendort immerwiederVor-
träge;zunennensindauszugsweisedieVorträgevonWilhelmAndreae(1925/26
über Platon und das Ringen unserer Zeit um die Staatsidee), Robert Bartsch
(1921/22 über Soziale Verhältnisse in alter und neuer Zeit, 1924/25 überVer-
brechen und Strafen in alter und neuer Zeit), Jakob Baxa (1922/23 überDie
deutsche Romantik als Kulturbewegung, 1924/25 über Die Gesellschaftslehre
FriedrichNietzsches, 1926/27über dieNaturgeschichte der Familie (Soziologie
und Biologie): Familie, Staat und Nation), Hans Bayer (1935/36 zur Frage
WarumbereitetdieBekämpfungderArbeitslosigkeitsogroßeSchwierigkeiten?),
Edmund Bernatzik (1918/19 über den Anschluß Deutschösterreichs an das
DeutscheReich), StephanBraßloff (1918/19überÖsterreichischeBürgerkunde,
1924/25 über Die Grundsätze des Wohnungsmietrechts), Albert Ehrenzweig
(1918/19überDasneueVersicherungsvertragsgesetz.Was es bietet und fordert
(mit Urkundendemonstrationen), Hugo Forcher (1926/27 über Kriminologie:
KriminalistischeMassenbeobachtungen), Hans Frisch (1923/24überPolitische
Portraits, 1926/27 überMeister der Staatskunst), Wenzel Gleispach (1926/27
überKriminologie: Allgemeine Einführung in die Kriminologie und dieUrsa-
chenforschung), Emil Goldmann (1920/21 überRassen- und Kulturfragen der
Menschheit), RolandGraßberger (1919/20 einBrautkursüber dieHygiene der
Sparkocher), Carl Grünberg (1921/22Aus der Entwicklungsgeschichte des So-
zialismus) sowie Hans Kelsen (1918/19 über Das Proportionalwahlrecht mit
besonderer Berücksichtigung des in Deutschösterreich geltenden Rechtes, 1923
überGottundStaat sowieWeltanschauungderDemokratie).
Außerdemwurden in der Urania unter dem Dollfuß/Schuschnigg-Regime
sogenannte Abiturientenvorträge zur Berufswahl abgehalten. Den Bereich
Rechtswissenschaft / JusstudiumübernahmRobertBartsch.
WienerVolks-undArbeiterbildung 727
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik