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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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5. Volksheim Das Volksheimwar aus den Volkstümlichen Universitätsvorträgen hervorge- gangen:Da ein tieferesEindringen in einWissensgebiet, eine intensivereWei- terbildung schwer möglich, weil Vorlesungen an sich, noch dazu bei großen Hörerzahlen,diesnicht leistenkonnten,wünschtensicheinigeHörerinnenund HörereineintensivereBildungdurchSpezialkurseundpraktischeÜbungen.38 BesucherderVolkstümlichenUniversitätsvorträge formuliertenschließlichdas Gesuch »eine Organisation zu schaffen, in welcher die Möglichkeit gegeben wäre,unterderLeitungderVortragendeneingehendeStudienzumachen«70und wurdendabei durchdengemeinsamenAufruf zurGründung einesVolksheims (Volkshochschule) von insgesamt 64 Personen ausKunst, Politik undWissen- schaft unterstützt (darunter ErnstMach, RosaMayreder, Ferdinand von Saar, Eduard Suess; von der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät unter- zeichneten EdmundBernatzik, AdolfMenzel, EugenvonPhilippovich,Walter Schiff, Gustav Seidler und Friedrich Tezner). Die Bezeichnung »Volkshoch- schule« war offiziell zwar verboten – die subversiven Anklänge und diemit- schwingende Kritik an der Universität, die die überwiegende Mehrheit des Volkes vomWissen ausschloss, wurden nicht geduldet –, doch als weniger verdächtiges »Volksheim« konnte die Idee 1901 verwirklicht werden. Eugenie Schwarzwald schriebdarüber anlässlichder 25-Jahr-Feier: »[E]s entstand eine wirkliche Volkshochschule, die sich komischerweise ›Volksheim‹ nennen mußte,weil umdieZeit ihrerEntstehungdieDummheit inÖsterreich sogroß war,daß sie sogar vorderNamengebungnichthaltmachte«71. WelchenNamen auch immerman der Einrichtung gegeben hätte, ihr Pro- grammwar bald derart populär, dass 1905 ein eigenes Haus amKoflerpark72 bezogenwurde. IndasVolksheimwurdedie großeHoffnunggesetzt, die Fort- schreibung der Klassenunterschiede, die das Schulsystem der Habsburger Monarchie unterstützte, zubeendenunddadurch sozialenAufstieg zu ermög- lichen; der Demokratisierung von Bildung würde die Demokratisierung der Gesellschaft folgen,wasdieWienerVolksbildung– trotz aller ihr abverlangten politischenundweltanschaulichenNeutralität – zumspätaufklärerischenPro- jekt des Liberalismus und vor allem der Sozialdemokratiemachte. Die Auto- 70 Vgl.Altenhuber,UniversitäreVolksbildung55 f. 71 Schwarzwald, Eine stilleGroßtat 5. 72 DieVolkshochschuleOttakring befindet sich noch heute im selbenHaus, allerdings nun- mehr unter derAdresse LudoHartmann-Platz7 (bereitswenigeMonate nachHartmanns Tod imNovember 1924wurde der ehemaligeKoflerplatz in LudoHartmann-Platz umbe- nannt. So hieß er dann bis zu seiner Arisierung 1938, als Hans Schemm, Leiter des NS- Lehrerbundes, Namensgeber wurde. Seit 1945 findet sich derHartmann-Platzwieder auf demWienerStadtplan). Extramuros:Vereine,Gesellschaften,KreisundVolksbildung728
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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