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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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Diskussionen,FührungenundLektüreweiterbildeten.FürdieMitarbeit ineiner Fachgruppegenügteesnicht,HörerdesVolksheimszusein,manmußtesichals Mitglied einschreiben«77.Dort arbeitetenAkademiker/innenmitLaienzusam- men,derengemeinsamesZielder»engereKontaktzwischenVortragendenund Hörern, sowie die feinere wissenschaftliche Durchbildung«78war, wie Anton Lampa,Physiker undMitbegründerdesVolksheims, dieFachgruppencharak- terisierte.Nebender naturwissenschaftlichen, der philosophischen, der litera- rischen und zahlreichen anderen gab es auch eine Staatswissenschaftliche Fachgruppe, indersichzahlreicheunbesoldetePrivatdozentenundAssistenten sowieProfessorenderRechts-undStaatswissenschaftlichenFakultäteinZubrot verdienten. Die Staatswissenschaftliche Fachgruppe ist vor allemhinsichtlich der 1919 erfolgtenEinführungdesDoktoratsder Staatswissenschaftenvonbesonderem Interesse.DennwährendsichdieDebattenumeineigenständigesStudiumder Staatswissenschaftenvonder JahrhundertwendebiszurErstenRepublikzogen undsichselbstab1919keinkritisches,wissenschaftlichhochwertiges,schongar nicht ein soziologisches Studium etablieren konnte, befasste man sich am Volksheim längst noch vor dem ErstenWeltkrieg intensiv mit sozialwissen- schaftlichen Fragestellungen: Am 13.Oktober 1905 war die Staatswissen- schaftlicheFachgruppegegründetwordenundunterstandab1909jahrelangder LeitungdesÖkonomie- und StatistikprofessorsWalter Schiff, der sichumdie gesellschaftswissenschaftlicheAusrichtungdieserFachgruppeverdientmachte. Der eben habilitierte Hans Kelsen war kooptiertes Ausschussmitglied des Volksheims, als er im Studienjahr 1912/13 die Staatswissenschaftliche Fach- gruppe leiteteundmit ihrendamals rund30MitgliederndenGesellschaftsver- tragvonJean-JacquesRousseau,DerEinzigeundseinEigentumvonMaxStirner sowieDie Grenzen derWirksamkeit des Staates vonWilhelm von Humboldt erörterte79.InspäterenJahrenwandtesichderFokusderStaatswissenschaftliche Fachgruppe stetig aktuelleren gesellschaftsrelevanten Fragestellungen zu. Ins- besondere ihr Obmann Walter Schiff thematisierte immer wieder auch die HochschulpolitikderErstenRepublik, indemerzumBeispielüberdieRolleder Sozialwissenschaften in derVolksbildung publizierte. Da sozialwissenschaftli- che Studienwegen ihrer (behaupteten) Unwissenschaftlichkeit undNähe zur Sozialdemokratie an den konservativenUniversitäten nicht zugelassenwaren und auch das Staatswissenschaftliche Doktorat keinerlei moderne, sozialwis- senschaftliche Ausbildung beinhaltete, reagierte Schiff mit einer Vermehrung des entsprechendenAngebots imFachgruppenbetrieb. Ihmwar allerdings be- 77 Altenhuber,UniversitäreVolksbildung58. 78 Lampa, Bericht 9. 79 Vgl.Ehs, ErziehungzurDemokratie86 f. Extramuros:Vereine,Gesellschaften,KreisundVolksbildung730
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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