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Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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126 Invalidenschulung nisterium verantwortlich zeichnete79 und der im Wesentlichen Offizieren und Unter- offizieren vorbehalten blieb,80 übernahm das Gremium der Wiener Kaufmannschaft.81 Trotz dieser Sonderstellung Wiens82 war die Dezentralisierung der Ausbildungs- möglichkeiten erklärtes Ziel der Invalidenschulaktion  – und das nicht nur, weil die Organisation der Schulungen Landessache war. Das Prinzip der breiten Streuung der Kurse wurde  – vor dem Hintergrund der Nationalitätenproblematik des Habsburger- reiches  – auch durch ein psychologisches Argument untermauert. Schon zur Nachhei- lung sollte nämlich jeder Kriegsbeschädigte nach Möglichkeit in seinem Heimatland untergebracht werden. Er würde dort  – so die Hoffnung  – „das größte Verständnis für seine Wünsche, Fähigkeiten und Gewohnheiten finden“, und die bekannte Umgebung würde „ein starkes psychologisches Moment bilden“, um „sein Zutrauen in die ihm zugedachte Nachheilung beziehungsweise Schulung zu erwecken und zu stärken“.83 Konsequenterweise musste daher darauf geachtet werden, dass den Kriegsbeschädigten auch außerhalb der Hauptstadt und in anderen Kronländern ein breites Angebot an Kursen zur Verfügung stand, und so bildete sich in den Landeshauptstädten die Wiener Situation bald im Kleinen ab : Diverse Schulen stellten sich in den Dienst der Sache und kooperierten mit den regionalen Landeskommissionen und Reservespitälern.84 Dezentral wurde auch die landwirtschaftliche Invalidenschulung durchgeführt. Sie wurde erst etwas später als die gewerbliche Schulung  – und zuerst in Niederösterreich  – in Angriff genommen.85 Ihre Leitung lag nicht in ministerieller Hand, sondern direkt 79 K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1917, S.  271. Durch die Erlässe v. 20.1.1916 und v. 3.6.1916 wurden drei Kurstypen eingerichtet : ein Lehrkurs für Bankwesen (für Offiziere), ein Lehrkurs für Ver- sicherungswesen (ebenfalls für Offiziere) und ein Kaufmännischer Lehrkurs (für Unteroffiziere, dieser Kurs war am stärksten frequentiert). 80 Mannschaftspersonen wurden zu diesen Kursen nur ausnahmsweise zugelassen ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1916, S.  144. 81 Ebd., S.  162. Später kamen zu den von der Wiener Kaufmannschaft im Reservespital Nr. 11 und in der Gremialhandelsschule (Wien III, Uchatiusgasse 9) angebotenen Kursen noch die staatlich anerkannten Han- delskurse der Handelsschule Allina (Wien I, Rauhensteingasse 5) und der privaten Mariahilfer Handelsschule (Wien VI, Millergasse 43) hinzu. Außerdem veranstaltete auch der Arbeitsausschuss für Soldatenunterricht des Patriotischen Hilfsvereins vom Roten Kreuze (Wien I, Stephansplatz 2) eigene Kurse ; K.k. Ministerium für soziale Fürsorge, Mitteilungen, 1918, S.  129 ; zu den Adressen : Lang, Schleierbaracken, S.  20. 82 AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1360, 11941/1918. 83 K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1915, S.  7. 84 In Innsbruck schlossen sich beispielsweise die Firma Salzmann (Maschinschreiben), die Berlitzschule (Sprachen) und der Stenographenverein der Invalidenschulung an, indem sie kostenlose Kurse für Kriegs- beschädigte anboten ; als anerkannte Kurse im Sinne der Kaiserlichen VO v. 7.12.1915 (RGBl 1915/364) galten diese Lehrgänge jedoch nicht ; AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1358, 5656/1918. 85 Die Invalidenschulaktion ging anfangs nur von den Erfordernissen des gewerblichen Unterrichts aus ; Otto Burkard, Über die Schulung Kriegsinvalider, in : K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1916, S.  99–105, hier S.  102.
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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