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Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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151Erfolg oder Misserfolg? Die Zahlen werbliche Invalidenunterricht konsolidiert und verlaufe nun sehr erfolgreich.204 Das gleiche gelte, wie andere Redner bei der Versammlung beteuerten, auch für den land- wirtschaftlichen und den kaufmännischen Unterricht. Doch woran bemaß sich der Erfolg ? Am reibungslosen Ablauf der Aktion ? An einer großen Zahl von Schulungs- teilnehmern ? An der Zufriedenheit der Kriegsbeschädigten ? An ihrer erfolgreichen Unterbringung auf dem Arbeitsmarkt ? Baron Klimburg untermauerte, was er als Erfolgsgeschichte ansah, jedenfalls mit Zahlen : Vom Beginn der staatlichen Invalidenschulaktion bis zum Mai 1917 seien in der österreichischen Reichshälfte der Monarchie 8.640205 Kriegsbeschädigte in gewerblichen206 und zusätzlich 919 in kaufmännischen Fächern geschult worden.207 Ergänzt man diese Angaben noch um spätere Zahlen, so ergibt sich eine Summe von insgesamt knapp 12.000 gewerblich geschulten Kriegsbeschädigten in Cisleithanien bis Ende 1917.208 Gesamtzahlen für 1918 sind nicht mehr vorhanden, aber es liegt eine Statistik für Niederösterreich (inklusive Wien), und damit für jenes Kronland vor, in dem  – bezogen auf die österreichische Reichshälfte  – etwa 30 % bzw.  – be- zogen auf das Gebiet des heutigen Österreich  – 60 % aller Invalidenschüler geschult wurden.209 Die niederösterreichischen Zahlen sind durchgängig und nicht nur für die gewerbliche Schulung überliefert. Sie legen nahe, dass die Jahre 1916 und 1917, was die Anzahl der Geschulten betrifft, die stärksten waren, und sie zeigen eine eindeutige Dominanz der gewerblichen Schulung. Diese Dominanz war auch in den anderen Ländern feststellbar,210 die im Übrigen aber jeweils nur ganz geringe Schulungszahlen meldeten : Nur 499 Kriegsbeschädigte wurden im Jahr 1917 etwa in Oberösterreich geschult ;211 etwas über 100 waren es in Tirol.212 204 Ebd.; siehe auch den positiven Ton in der Denkschrift über die von der k. k. Regierung aus Anlaß des Krieges getroffenen Maßnahmen, Bd. 3 : Jänner bis Juni 1916, Wien 1917, S.  167–177. 205 Zahlen aus Tirol und Dalmatien sind darin nicht enthalten, ebenso wenig die Zahl der im Reservespital Nr. 11 geschulten Kriegsbeschädigten ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1917, S.  268. 206 Davon allein 6.878 in staatlichen Anstalten ; ebd., S.  269. 207 Ebd., S.  271. 208 Bis zum Ende des Jahres 1917 kamen weitere 3.023 gewerbliche Invalidenschüler hinzu ; AT-OeStA/ AdR BMfsV Kb, Kt. 1365, 5920/1919. In Arbeitstherapie standen in der gleichen Zeit (im 2. Halbjahr 1917) weitere 1.454 Kriegsbeschädigte. Siehe auch die nach Kronländern gegliederte Tabelle 3 im An- hang. 209 AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1365, 5920/1919. 210 In Oberösterreich etwa wurden 65,5 % aller geschulten Kriegsbeschädigten in gewerblichen Kursen ausgebildet ; Staatsamt für soziale Verwaltung, Mitteilungen, 1918, S.  369. 211 Ebd. Das waren nur unwesentlich mehr als im Jahr 1915, dem ersten Jahr der Invalidenschulung, als die oberösterreichische Landeskommission insgesamt 323 Kriegsbeschädigte an diverse Schulungen überwiesen hatte ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1916, S.  166. 212 Im k. u. k. Fürsorgeheim in Innsbruck standen Ende 1917 insgesamt 24 Kriegsbeschädigte als Schuster,
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
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