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Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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152 Invalidenschulung Tabelle 4 : Invalidenschulung : Zuweisungen durch die niederösterreichische Landeskommis- sion, 1915–1919 Quellen : Franz Fahringer/Karl Friedrich Büsch/Hans Liebl (Hg.), Kriegsbeschädigtenfürsorge in Wien, Niederösterreich und Burgenland von 1914 bis 1929, Wien 1929, S.  42f [in den angegebenen Zahlen sind die in den Werkstätten des Reservespitals Nr. 11 ohne Zuweisung durch die Landeskommission Geschulten nicht enthalten] ; für 1917 auch : AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1360, 11941/1918, S.  30 ; K.k. Ministe- rium für soziale Fürsorge, Mitteilungen über Fürsorge für Kriegsbeschädigte, Wien 1918, S.  132 Schulung 1915 1916 1917 1918 1919, 1. Halbjahr gesamt in % land- und forstwirtschaftlich 231 702 347 197 39 1.516 32,7 gewerblich 155 546 760 594 364 2.419 52,2 kaufmännisch 28 125 109 92 31 385 8,3 sonstige 9 16 157 130 6 318 6,8 gesamt 423 1.389 1.373 1.013 440 4.638 100,0 Es stellt sich die Frage, was diese Zahlen bedeuten und vor allem, ob Zahlen von meist nicht mehr als einigen Hundert Invalidenschülern pro Kronland und Jahr und von insgesamt nur wenigen Tausend für ganz Cisleithanien angesichts der Masse der verwundet und erkrankt heimkehrenden Soldaten hoch zu nennen sind. Bei einem Blick auf die Kriegsbeschädigtenstatistik213 ist man jedenfalls sofort geneigt, der Inva- lidenschulaktion eine gewisse Bedeutungslosigkeit zu attestieren : Wenn man in An- lehnung an die oben genannten Zahlen214 annimmt, dass bis Ende März 1918 (von diesem Datum stammen die letzten auf Zählungen beruhenden Angaben über die Zahl der Kriegsbeschädigten) etwa 13.100215 Kriegsbeschädigte in gewerblichen Be- rufen geschult wurden, und wenn man schließlich  – ausgehend von den Prozentsätzen der niederösterreichischen Daten  – noch etwa 10.600216 in nicht gewerblichen Spar- Schneider, Tischler, Korbflechter und Prothesenanfertiger in Schulung. In den Werkstätten der Staats- gewerbeschule wurden durchschnittlich je weitere 30 Männer geschult. Der landwirtschaftliche Kurs in Rotholz, einem seit dem 19. Jahrhundert als landwirtschaftliche Schule in Verwendung stehenden Schloss im Tiroler Bezirk Schwaz, verzeichnete insgesamt 59 Teilnehmer ; AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1361, 13776/1918, S.  10–12. 213 Vgl. zur Kriegsbeschädigtenstatistik ausführlich Kapitel 14. 214 Also auch unter Außerachtlassung der Zahlen Tirols, Dalmatiens und des Wiener Reservespitals Nr. 11. 215 8.640 (bis 5/1917 in Cisleithanien gewerblich geschulte Kriegsbeschädigte) + 3.023 (für die Monate 6–12/1917 hochgerechnete Zahl) + 1.510 (für die Monate 1–3/1918 relativ hoch angesetzte und daher vielleicht die fehlenden Zahlen Tirols und Dalmatiens kompensierende Zahl) = 13.173. 216 13.173 = 55,3 % aller Geschulten. 10.648 sind also noch hinzuzuzählen.
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
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