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Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Seite - 159 -
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159Gründung und Aufbau In der Steiermark konnte mit dem 1897 gegründeten steiermärkischen Arbeitsvermitt- lungsamt eine der ältesten Arbeitsvermittlungen Österreichs für die Vermittlung von Kriegsbeschädigten genutzt werden.12 Auch Oberösterreich,13 Tirol,14 Salzburg15 und Schlesien16 konnten auf bestehenden Strukturen aufbauen. In Klagenfurt und Bregenz wurden neue Landesstellen errichtet.17 Der neuen Einrichtung wurde in jedem Kronland ein Kuratorium beigestellt. Ver- treter der Statthalterei, des Landesausschusses, der Landeskommission und anderer relevanter Einrichtungen (etwa der regionalen Industrie- und Gewerbevereine) sowie Privatpersonen sollten in diesem Gremium vereint werden.18 Um „bei der erforderli- chen Propaganda“19 mitzuwirken und die Betriebe im direkten Kontakt über die Be- deutung der Invalidenbeschäftigung aufzuklären, bedurfte es  – so waren alle Beteiligen überzeugt  – „der opferwilligen, vom Gemeinsinn und Patriotismus getragenen Mit- wirkung der Unternehmerkreise, wie jener der voll erwerbsfähigen Arbeiterschaft“.20 Doch die Aufgaben des Kuratoriums erschöpften sich, zumindest dem Anspruch nach, nicht in dieser Propagandatätigkeit oder in der Verwaltung der Kriegsinvaliden auf der einen und der offenen Stellen auf der anderen Seite. Es sollte auch alles daran setzen, die Arbeitsmöglichkeiten für Invalide zu erweitern  – etwa durch die Errichtung von Betriebswerkstätten oder die Zuteilung staatlicher Aufträge und Lieferungen an Be- triebe, die sich bereit erklärten, Kriegsbeschädigte zu beschäftigen. Was die Dotierung der k. k. Arbeitsvermittlung betraf, so blieb diese  – ganz ähn- lich wie jene der Landeskommissionen und nicht zu ihrem Vorteil  – der Autonomie der Länder überlassen. Der Kostenersatz wurde nie genau geregelt, die Verwaltungs- hierarchie war unübersichtlich. Niederösterreichische Bezirksarmenräte wandten sich 12 Ebd., S.  184. 13 In Oberösterreich bediente sich die k. k. Arbeitsvermittlung an Kriegsinvalide der Arbeitsvermittlung der Stadt Linz bzw.  – wenn es um landwirtschaftliche Berufe ging  – der Arbeitsvermittlung des oberös- terreichischen Landeskulturrates ; ebd., S.  166 ; sie blieb aber insgesamt eng mit der Landeskommission verbunden ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1917, S.  285. 14 AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1358, 5656/1918. 15 K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1916, S.  156. 16 AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1357, 2100/1918. 17 Denkschrift über die von der k. k. Regierung aus Anlaß des Krieges getroffenen Maßnahmen, Bd. 3 : Jän- ner bis Juni 1916, Wien 1917, S.  177. In Vorarlberg war die Arbeitsvermittlung im Rathaus von Bregenz, in Kärnten im Haus der Landesregierung untergebracht ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1916, S.  157. 18 Die Amtsleiter der k. k. Arbeitsvermittlung an Kriegsinvalide und die Mitglieder der Kuratorien waren zwar staatlich ernannt, aber ehrenamtlich tätig ; oft übernahmen staatliche Funktionäre der politischen Verwaltung oder Personen aus der autonomen Verwaltung diese Tätigkeit ; ebd., S.  155. 19 Ebd. 20 K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1915, S.  26.
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
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