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Nach 1918
Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Seite - 168 -
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168 Platzierung auf dem Arbeitsmarkt : Die k. k. Arbeitsvermittlung an Kriegsinvalide 1914 gegründeten privaten Verein hatte das Ministerium des Innern schon 1916 ein Übereinkommen getroffen, demzufolge er sich um jene Kriegsbeschädigten kümmern sollte, für die sich die Arbeitsvermittlung nicht mehr zuständig fühlte.60 In dieser halbamtlichen Funktion war es  – zumindest auf dem Papier  – Aufgabe des Vereins, Kriegsbeschädigte darin zu unterstützen, sich selbstständig zu machen.61 Das gelang laut Tätigkeitsbericht 1917 in 47 Fällen.62 De facto war die Gesellschaft zur Fürsorge für Kriegsinvalide aber in erster Linie damit beschäftigt, besonders hoffnungslosen Fällen, deren aktueller Zustand einen Arbeitsantritt nicht erlaubte oder die sich schon an mehreren Arbeitsplätzen nicht behaupten konnten, eine Basisversorgung zukommen zu lassen. Die Gesellschaft betrieb auch eine eigene Invalidenarbeitsstätte für Tisch- ler, in der Munitionskisten hergestellt wurden.63 Die anfangs geplante Gründung von Zweigvereinen des sich statutengemäß auf die gesamte Monarchie beziehenden Ver- eins wurde mangels geeigneter Leitungspersonen nie umgesetzt, sodass nur Wiener Kriegsbeschädigte in den Genuss der Unterstützung durch diesen Verein kommen konnten.64 Die Indienstnahme der Gesellschaft zur Fürsorge für Kriegsinvalide war ein anschau- liches Beispiel für das Ineinandergreifen privater Wohlfahrt und staatlicher Sozial- fürsorge ; das Ministerium für soziale Fürsorge begrüßte das Zusammenwirken und empfahl dieses Modell, „das darauf hinausläuft, den zarteren Händen der Charitas [sic] die Feinarbeit in der sozialen Betreuung für besonders schwierige Fälle zu über- lassen“, ausdrücklich zur Nachahmung auch „in anderen größeren Zentren“.65 Dass dieses Modell angesichts der Dimension des Problems aber letztlich nicht funktionie- ren konnte, steht auf einem anderen Blatt. Lichtenstein ; ebd., Kt. 1359, 7976/1918. Ihr Präsident war Julius Elias ; ebd., Kt. 1359, 9235/1918. Ihr Ehrenpräsident war Wilhelm Exner ; ebd., Kt. 1356, 1300/1918. 60 Von dieser Aufteilung der Zuständigkeiten  – Unterstützung der arbeitsfähigen Kriegsbeschädigten durch die Arbeitsvermittlungsstellen, Unterstützung der arbeitsunfähigen durch humanitäre Stellen  – berichtet auch die Denkschrift, 1917, S.  178. 61 Hans Payer, Invalidenelend, Staat und Gesellschaft. Ein Aufruf zur Gründung von Kriegsinvaliden- Erwerbs-Genossenschaften, Wien-Leipzig 1916, S.  45. Siehe auch AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1358, 5015/1918. 62 Ebd. 63 Ebd. 64 AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1356, 1090/1918. 65 Ebd., Kt. 1358, 5015/1918, handschriftliche Anmerkung im Akt zur Gesellschaft zur Fürsorge für Kriegs- invalide.
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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