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Nach 1918
Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Seite - 175 -
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175Zwischenbilanz 1917 Organ eines k. k. Ministeriums von Amt zu Amt […] zu eilen“.13 Grundsätzlich traf er auf „eine Art ‚stille Obstruktion‘“14 der Gemeindeverwaltungen, und den ihm zur Seite gestellten Vertreter der Grazer Statthalterei fand Peerz unzuverlässig und gehässig. Die Propagandareisen wurden 1917 wieder eingestellt.15 Dass die Zentralbehörden in der Folge anders auf die Gründung der Fürsorgeausschüsse der Arbeitsvermittlung gedrängt hätten, ist nicht überliefert. Ob die für die lokale Vermittlungs- und Für- sorgearbeit im Grunde so wichtigen Ausschüsse eingerichtet wurden oder nicht, hing nun ganz von den Voraussetzungen vor Ort ab  – von Voraussetzungen also, die viel zu selten so günstig waren, als dass hier auf der untersten Ebene ein halbwegs funk- tionierendes Verwaltungssystem hätte entstehen können. Noch 1918 wurde über das Versagen der dezentralen Stellen der Arbeitsvermittlung Klage geführt.16 Auch der bereits genannte17 Wilhelm Exner kritisierte in einer Rede im Herrenhaus die Or- ganisationsstruktur der Arbeitsvermittlung. Für ihn bestand „diese ganze Institution […] eigentlich nur aus einer Kartothek und Zuschiebung von Invaliden von einem Ort zum anderen mit Hilfe von Korrespondenzkarten u. dgl.“,18 in der individuellen Fürsorge hingegen versage die Arbeitsvermittlung vollkommen. 6.2 Zwischenbilanz 1917 Ein Jahr nach den Inspektionsreisen des Robert Weiss und zwei Jahre nach Einrich- tung der Landeskommissionen zur Fürsorge für heimkehrende Krieger trafen am 18. Mai 1917 im Ministerium des Innern Vertreter der Landeskommissionen mit dem Innenminister Dr. Erasmus Freiherr von Handel19 und mit Beamten anderer Ministe- 13 Ebd., S.  8. 14 Ebd., S.  8. 15 Peerz wurde eine neue Aufgabe übertragen : Er sollte sich der Propaganda für Kriegsanleihen widmen und die Agenden des Kriegshilfsbüros popularisieren ; AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1365, 7880/1919. 16 Die niederösterreichischen Bezirksstellen etwa, die eigentlich bereits relativ früh installiert worden wa- ren, funktionierten  – so beklagten die Teilnehmer einer Besprechung noch im Februar 1918  – im Unter- schied zur Wiener Zentraleinrichtung trotzdem nicht, und zwar  – so meinte man  – deshalb, weil sie nur im Nebenamt geführt wurden ; ebd., Kt. 1358, 4471/1918, S.  8. 17 Vgl. Kapitel 4.7. 18 AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1359, 8246/1918, Protokoll der Sitzung des Arbeitsausschusses der k. k. Arbeitsvermittlung/Landesstelle Wien v. 4.3.1918, S.  II. Dass Exner seine Kritik im Herrenhaus öffent- lich machte und sich nicht direkt an das Kuratorium der Arbeitsvermittlung wandte, dessen Mitglied er war, wurde ihm von fast allen Teilnehmern der Sitzung, besonders aber vom Amtsleiter der Landesstelle Wien, übel genommen. 19 Erasmus Freiherr von Handel (*1860, †1929), der 1916 schon einmal Innenminister war, wurde nach Beendigung seiner zweiten Amtszeit als Minister im Jahr 1917 Statthalter in Oberösterreich und als sol-
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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