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Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Seite - 180 -
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180 Die Verwaltung : Schwachpunkt der sozialen Kriegsbeschädigtenfürsorge Kriegsbeschädigtenfürsorge überhaupt bilden“38 werde. Das Faktum, dass die Aufga- benstruktur der Landeskommissionen nur auf die soziale Kriegsbeschädigtenfürsorge abzielte, alle Rentenfragen aber außer Acht ließ  – diese Versorgungsaspekte blieben zur Gänze dem Militär und den Unterhaltskommissionen, die dem Landesvertei- digungsministerium unterstellt waren, überlassen39  –, konnte nicht verhindern, dass auch die Zivilverwaltung mit der materiellen Not der Kriegsbeschädigten konfrontiert wurde und zumindest im Weg der Almosenverteilung reagieren musste. Auch diese Tatsache unterstützte die Forderung nach der oben erwähnten „Verstaatlichung der Invalidenfürsorge“, die konsequenterweise nicht nur eine bessere Dotierung der sozia- len Kriegsbeschädigtenfürsorge, sondern auch die Bereitstellung klarer Richtlinien zur Mittelvergabe nach sich ziehen hätte müssen. Dass die von Karl Eger und Robert Marschner vorgebrachte Kritik so grundsätzlich ausfiel und die beiden die bislang getroffenen Vorkehrungen pauschal als „überholt“ und „unzulänglich“ bezeichneten, mag mit Grund dafür gewesen sein, dass die übrigen Gesprächsteilnehmer vor allem mit Abwehr reagierten und sich auf die konkreten Re- formvorschlägen gar nicht weiter bezogen. Diese wurden jedenfalls in der Diskussion nicht mehr aufgegriffen und die nachfolgenden Wortmeldungen, die sich in neben- sächlichen Forderungen erschöpften,40 blieben eigenartig zusammenhangslos. Eine hochrangig besetzte Besprechung endete so ohne greifbare Ergebnisse.41 Sie machte jedoch offensichtlich, wo die Probleme lagen und sollte  – wie sich zeigen wird  – am Ende nicht ganz folgenlos gewesen sein. 6.3 Reorganisation 1918 Wenn ihre „ersprießliche Tätigkeit“42 in offiziellen Texten auch lobend hervorgehoben wurde, so waren die Landeskommissionen  – wie spätestens Ende 1917 auch die Zent- 38 Ebd., S.  286. 39 Vgl. dazu Kapitel 2. 40 So sprachen etwa die abschließend zu Wort kommenden Vertreter der Landeskommissionen der Stei- ermark (Büroleiter Josef Ackerl von der AUVA für Steiermark und Kärnten), Oberösterreichs (Hofrat Graf Attems) und Niederösterreichs (Landesausschuss Bielohlawek) vor allem über Baracken, die von der Militärverwaltung im Demobilisierungsfall für die Aufnahme von Kriegsbeschädigten möglichst rasch zur Verfügung gestellt werden müssten. 41 Einzig der Vertreter der Tiroler Landeskommission griff in der Folge die Anregungen aus Böhmen auf und nahm nach Rücksprache mit Eger eine Neuorganisation der Tiroler Landeskommission in Angriff ; AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1361, 13776/1918, S.  1f. 42 K.k. Ministerium für soziale Fürsorge, Mitteilungen über Fürsorge für Kriegsbeschädigte, Wien 1918, S.  6.
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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