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Nach 1918
Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Seite - 186 -
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186 Die Verwaltung : Schwachpunkt der sozialen Kriegsbeschädigtenfürsorge „Denn Nachbehandlung, Berufsberatung, Arbeits-Vermittlung, finanzielle Unterstützung der Kriegsbeschädigten usw. sind so gleichwertige Glieder in der Kette der in jedem einzelnen Falle zu setzenden Fürsorgehandlungen, daß eine Gewähr für ihren Erfolg nur dann verbürgt ist, wenn ihre Durchführung den nämlichen Stellen anvertraut ist und wenn es durch diese einheitliche Kompetenz ermöglicht wird, die in den verschiedenen Stadien der Fürsorge zu treffenden Maßnahmen genau aufeinander abzustimmen.“69 Der Erlass griff auch das Konzept der regionalen und lokalen Gliederung des Verwal- tungsapparates wieder auf. Dieses Konzept war ja praktisch überall kläglich gescheitert, und die positiven Berichte aus Böhmen waren ungehört verhallt. Im Jänner 1918 hielt nun aber das Ministerium nach einer Besprechung mit Robert Marschner fest, dass es „sich nicht leugnen“ ließe, „dass gerade viele der von Hptm. Eger gegründeten Orts- stellen sehr guten Erfolg aufweisen.“70 Im neuen Erlass wurden nun auch die übrigen Länder angehalten, ihr Gebiet „mit einem Netz derartiger Fürsorgestellen zu über- ziehen, deren Wurzeln sich bis in die kleinste Gemeinde […] erstrecken“71 sollten : „Je feinmaschiger das über alle Kronländer auszubreitende Netz lokaler Fürsorgestel- len sein wird, desto größer verspricht naturgemäß die Intensität, damit aber auch der Erfolg der Kriegsbeschädigtenfürsorge zu werden.“72 Den Fürsorgestellen wurden im Wesentlichen die Funktionen der Landeskommissionen übertragen.73 Vertrauensmän- ner auf Gemeindeebene sollten als letzte Glieder dieser Organisationsstruktur eine direkt bei den Kriegsbeschädigten ansetzende Fürsorge garantieren : „Die bisher von den Landesstellen zur Fürsorge für heimkehrende Krieger entwickelte se- gensreiche Tätigkeit verdient sicherlich vollste Anerkennung. Der territoriale Bereich dieser Stellen ist aber so groß, daß ihnen die Möglichkeit fehlt, mit Aussicht auf Erfolg als unmit- telbare Träger jener individualisierenden Fürsorge zu wirken, welche bei allen ihren Maßnah- men auch auf Einzelumstände Rücksicht nimmt und die ihre Entschließungen demgemäß der Persönlichkeit des zu Betreuenden und der wirtschaftlichen Lage seines Aufenthalts- oder Heimatortes anpaßt.“74 69 K.k. Ministerium für soziale Fürsorge, Mitteilungen, 1918, S.  6f. 70 AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1356, 1808/1918. 71 K.k. Ministerium für soziale Fürsorge, Mitteilungen, 1918, S.  6. 72 Ebd., S.  9. 73 AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1363, 22120/1918, S.  2. Die genaue Evidenzführung mit Invaliden- personalblättern bildete notwendigerweise eine zentrale Aufgabe der Ortsstellen ; K.k. Ministerium für soziale Fürsorge, Mitteilungen, 1918, S.  8. 74 Ebd., S.  6 ; vgl. auch AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1553, Sa 8, 2745/1918.
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
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