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Nach 1918
Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Seite - 188 -
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188 Die Verwaltung : Schwachpunkt der sozialen Kriegsbeschädigtenfürsorge dem flachen Land geschaffen.84 Diese Invalidenämter sollten das Kriegsende und den Zusammenbruch der Monarchie überleben. Es gab sie bis 1923.85 Auch die Steier- mark ließ nun über Wandervorträge Bezirksstellen propagieren und organisierte einen Instruktionskurs für deren Geschäftsführer.86 Der vom Ministerium für Landesver- teidigung ebenfalls Mitte 1918 zur Sprache gebrachte Vorschlag, den Apparat des k. k. österreichischen Kriegerkorps87 für die Einrichtung der Ortsstellen zu nutzen, da dieses über eine feste Organisation und weite Verzweigung verfüge, wurde nicht weiter ver- folgt. Das Ministerium für soziale Fürsorge wollte der neu aufzubauenden Struktur mit Sicherheit keinen militärischen Anstrich geben. Eine solcherart neu organisierte Fürsorgestruktur mit einem engmaschigen Netz von Anlaufstellen kostete freilich Geld und konnte nicht mehr wie bisher von Beamten im Nebenamt oder ehrenamtlich tätigen Personen erledigt werden. Das neue Minis- terium für soziale Fürsorge wusste das und versprach, die notwendigen Verwaltungs- und Personalkosten der neu einzurichtenden Fürsorgestellen zu übernehmen, bediente sich aber zugleich weiterhin der gängigen Appelle an die opferwillige Mitwirkung und das selbstlose Engagement aller Beteiligten.88 Auch die Landeskommissionen 84 Das Wiener Invalidenamt nahm seine Tätigkeit im Juni 1918 auf, die 22 Invalidenämter in der nie- derösterreichischen Provinz folgten im August ; K.k. Ministerium für soziale Fürsorge, Mitteilungen, 1918, S.  1 (241)–9 (249), hier ist irrtümlich von Juli die Rede ; auch die Vollzugsmeldung der niederös- terreichischen Landeskommission v. 24.9.1918 ; AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1363, 23923/1918 ; Franz Fahringer, Anfänge und Entwicklung der Kriegsbeschädigtenfürsorge, in : Der Invalide, Nr. 11 v. November 1928, S.  6f. Das Invalidenamt in Wien wurde aus einer Verschmelzung der „städtischen Beratungs- und Fürsorgestelle für Kriegsinvalide und ihre Angehörigen sowie für Hinterbliebene von verstorbenen Kriegern“ mit dem Vermittlungsinstitut der k. k. Arbeitsvermittlung an Kriegsinvalide ge- bildet ; es amtierte in den bisherigen Büroräumen der Arbeitsvermittlung in Wien VII, Neubaugürtel 32, wo durch die Hinzunahme angrenzender Räume der „Zentralausgleichstelle für Arbeitsvermittlung“ mehr Platz geschaffen wurde ; AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1553, Sa 4, 13073/1918. 85 Bundesministerium für Soziale Verwaltung, Amtliche Nachrichten, Wien 1923, S.  71. 86 AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1361, 13096/1918. Anfangs hielten nicht alle Landeskommissionen solche Kurse für notwendig ; ebd., Kt. 1361, 13519/1918. 87 Das Kriegerkorps wurde vom Ministerium für Landesverteidigung während der Julikrise 1914 einge- richtet und bezweckte die einheitliche Ausrichtung der Militärveteranen- und Kriegervereine in der österreichischen Reichshälfte. Die bestehenden Vereine mussten dem Kriegerkorps zwar nicht beitreten, doch war nur den im Kriegerkorps vereinten Organisationen das Tragen eines „den militärischen Cha- rakter der Körperschaft zum Ausdrucke bringenden Namens“ (§ 29) erlaubt. Vereine des Kriegerkorps waren aus den Regelungen des österreichischen Vereinsrechtes ausgenommen ; RGBl 1914/141 ; AT- OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1361, 15176/1918. Das Ministerium für Landesverteidigung meinte, dass man den Kriegervereinen des Kriegerkorps die Geschäfte der geplanten Ortsstellen übertragen sollte und dass ihre Funktionäre als Vertrauensmänner fungieren könnten. 88 Z. B. ebd., Kt. 1553, Sa 8, 2745/1918, Einleitung zur Dienstinstruktion für die Bezirksstellen der k. k. Arbeitsvermittlung an Kriegsinvalide in Mähren, S.  2. Bevor der aktuelle Finanzierungsbedarf befriedigt
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
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