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Nach 1918
Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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201Der „Zentralverband“ Delegiertensystem Einfluss auf die Geschäftsführung des Zentralverbandes nehmen können ; das oberste Gremium war der gewählte Zentralausschuss ; für Fachaufgaben wurden verschiedene Sonderausschüsse eingerichtet.28 Es war tatsächlich so, dass der Zentralverband keine neue Bewegung ins Leben rufen musste, sondern auf aktuellen Vereinigungsbestrebungen aufsetzen konnte. Er hatte  – wie von seinen Funktionären betont wurde  – „schon viele fertige örtliche Organisationen vorgefunden […], welche es nur zusammenzufassen galt.“29 Diese in den letzten Kriegsmonaten und -wochen entstandenen lokalen Vereinigungen  – mit Ausnahme der Vorarlberger Beispiele of- fenbar zu jung, als dass sie einen nennenswerten Niederschlag in der Überlieferung der Zentralbehörden gefunden hätten  – bildeten die Basis einer Bewegung, der nur eine Struktur verliehen werden musste. Das Verdienst des Zentralverbandes bzw. seiner ers- ten Funktionäre lag darin, die Notwendigkeit des Zusammenschlusses dieser verstreu- ten Gruppen zu einer einheitlichen Organisation mit hinreichender Schlagkraft zum richtigen Zeitpunkt erkannt und entsprechend gehandelt zu haben. Der sukzessive Aufbau einer klugen, die Selbstständigkeit der Landesorganisationen nicht allzu sehr einschränkenden Organisationsstruktur tat das Übrige. Dass der Zentralverband von Anfang an erfolgreich agieren konnte, lag aber auch ganz wesentlich daran, dass aufsei- ten der Politik  – insbesondere beim Staatsamt für soziale Verwaltung  – großes Interesse an einem benenn- und berechenbaren Gegenüber herrschte. Die Ministerialbürokratie hatte den Zentralverband „von vornherein […] als autorisierten Vertreter der Invaliden- schaft anerkannt“.30 Das Staatsamt für soziale Fürsorge entsandte Sektionschef Otto Gasteiger und Sektionsrat Friedrich Hock31 als Vertreter in den Zentralausschuss des Verbandes ; dieser wiederum lobte die beiden in seinem Verbandsorgan wiederholt da- für, dass sie für die Anliegen der Kriegsbeschädigten „immer ein williges Ohr“32 hatten. Zur Jahreswende 1918/1919 war der Zentralverband bereits so wichtig geworden, dass Johann Jakob Hollitscher in der Lage war, zentrale Forderungen der Kriegsbeschädigten in direkten Verhandlungen mit dem Sozialminister und dem Staatskanzler durchzu- 28 Die Darstellung folgt den Ausführungen in der zweiten Nummer der Zeitschrift ; ebd. Frühe Statuten des Verbandes sind leider nicht mehr vorhanden. 29 Der Invalide, Nr. 2 v. 15.1.1919, S.  2. 30 Ebd., S.  1. 31 Friedrich Hock (*1873, †1937), seit 1.1.1918 Abteilungsleiter im Ministerium für soziale Fürsorge, ab 1.7.1919 in der Sektion Kriegsbeschädigtenfürsorge im Staatsamt (später Bundesministerium) für sozi- ale Verwaltung tätig, ab 1921 Sektionschef, ab 1932 zusätzlich Leiter der Sektion für Sozialversicherung ; Österreichisches biographisches Lexikon, Bd. 2, Wien 1959, S.  346 ; Gertrude Enderle-Burcel/Michaela Follner, Diener vieler Herren. Biografisches Handbuch der Sektionschefs der Ersten Republik und des Jahres 1945, Wien 1997, S.  186f. 32 Der Invalide, Nr. 2 v. 15.1.1919, S.  2.
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
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