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Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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204 Die Organisierung der Kriegsbeschädigten Trotz oder vielleicht auch wegen all dieser Hindernisse schritt der Ausbau des Ver- bandes rasch voran : Eine dichte regionale und lokale Struktur entstand ; die großen Ortsgruppen hielten ihre Gründungsversammlungen  – zum Teil unter Teilnahme al- lerhöchster politischer Vertreter  – bereits in den ersten Wochen des neuen Jahres ab ;45 Landesverbände wurden gegründet ;46 schon existierende Verbände schlossen sich dem Zentralverband an,47 dem als Vereinslokal schon im November Räume im ehemaligen Divisionsgerichtsgebäude zugewiesen worden waren ;48 eine zentrale erste Denkschrift wurde verfasst,49 und schon am 1. Jänner 1919 erschien die zweite Nummer des Ver- bandsorgans Der Invalide, das von nun an zwei Mal im Monat herausgegeben wurde. Als „Fachblatt für die Invaliden, Witwen und Waisen“ und „Kampfblatt […] gegen jede Reaktion, gegen Monarchisten- und Protzentum“50  – so die Selbstbeschreibung  – bildet die Zeitung heute  – da ein Archiv des Zentralverbandes nicht überliefert ist  – neben dem polizeilichen Vereinsakt51 die wichtigste Quelle für die Vereinsgeschichte.52 45 Die Ortsgruppe Wien lud für den 9.2.1919 zur ersten Generalversammlung ; Der Invalide, Nr. 3 v. 1.2.1919, S.  1. Teilnehmer waren neben Gasteiger und Hock vom Staatsamt für soziale Fürsorge auch der Unterstaatssekretär für Unterricht Otto Glöckel und der  – allerdings nicht von allen anwesenden Kriegsbeschädigten wohlwollend empfangene  – Oberbefehlshaber der Volkswehr Adolf von Boog ; ebd., Nr. 4 v. 15.2.1919, S.  6f. Die Zahl der Ortsgruppen wuchs kontinuierlich an, wie an den im Invaliden abgedruckten und immer umfangreicher werdenden Verzeichnissen ablesbar ist. 46 Der Landesverband der Kriegsbeschädigten Steiermarks konstituierte sich am 6.4.1919 ; ebd., Nr. 9 v. 1.5.1919, S.  3. Der niederösterreichische Landesverband entstand (als letzter) am 11.5.1919 ; AT-Oe- StA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1366, 15593/1919, ZV an StAfsV v. 28.5.1919. 47 Der Bund der Kriegsinvaliden Oberösterreichs beispielsweise schloss sich dem Zentralverband am 27.1.1919 als im Inneren autonome Vereinigung an ; Der Invalide, Nr. 4 v. 15.2.1919, S.  7. Der Verein der Kriegsin- validen Deutschtirols, der schon seit Anfang 1919 als Ortsgruppe geführt wurde, beschloss im September 1919 den Anschluss an den Zentralverband ; ebd., Nr. 2 v. 15.1.1919, S.  8 ; ebd., Nr. 20 v. 15.10.1919, S.  6. Der erste Verbandstag des Landesverbandes Oberösterreich fand am 11.5.1919 statt ; ebd., Nr. 12 v. 15.6.1919, S.  5f. 48 Vgl. Kapitel 9.2.3. 49 Der Invalide, Nr. 4 v. 15.2.1919, S.  6. 50 Ebd., Nr. 22 v. 15.11.1919, S.  1. 51 AT-OeStA/AdR BKA BKA-I BPDion Wien VB, VIII 2648 (Zentralverband der Landesorganisati- onen der Kriegsinvaliden und Kriegershinterbliebenen Österreichs) ; die wichtigsten Landesverbände sind : ebd., VIII 2648/1 (Landesverband für Wien, Niederösterreich und Burgenland des Zentralverban- des der Landesorganisationen der Kriegsinvaliden und Kriegerhinterbliebenen Österreichs) ; ebd., VIII 2648/2 (Landesverband Niederösterreich des Zentralverbandes der Landesorganisationen der Kriegs- invaliden und Kriegerhinterbliebenen Österreichs) ; ebd., VIII 2648/3 (Landesverband Burgenland der Krieginvaliden und Kriegshinterbliebenen Österreichs [Vereinigung der burgenländischen Kriegsopfer]). 52 Die Zeitung Der Invalide erschien von Ende 1918 bis Ende 1919 als „Offizielles Organ des Zentral- verbandes der deutschösterreichischen Kriegsbeschädigten“ für ganz Österreich. Ab Anfang 1920  – als der Zentralverband umstrukturiert wurde  – war sie nur mehr Landesverbandsorgan (anfangs der Lan- desverbände Wien und Niederösterreich, ab Mitte 1920 des Landesverbandes Wien, ab April 1931 des
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
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