Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Seite - 305 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 305 - in Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938

Bild der Seite - 305 -

Bild der Seite - 305 - in Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938

Text der Seite - 305 -

305Aufruhr und Beruhigung : Drei Beispiele geführt. Sein Name taucht immer wieder in Protokollen auf ; gemeinsam mit anderen vertrat er den niederösterreichischen Landesverband bei diversen Besprechungen.247 Die Administration von Laxenburg war zum Zeitpunkt der Besiedlung durch die Kriegsbeschädigten noch nicht auf das Staatsamt für soziale Verwaltung übergegangen, alle Abrechnungen und Auszahlungen mussten daher über die Schlosshauptmann- schaft abgewickelt werden.248 Das führte zur paradoxen Situation, dass die Kriegsbe- schädigten nun Angestellte der hofärarischen Wirtschaftsbetriebe wurden249 und genau jene Struktur geschaffen war, die der Zentralverband abgelehnt hatte. Bis zum Ende der Laxenburger „Invalidenkolonie“250 sollte sich an diesem Zustand nichts ändern. 9.2.2.2 Abbauaktion und Gründung des Kriegsgeschädigtenfonds Was in den insgesamt eineinhalb Jahren geschah, die bis zu 150 Kriegsbeschädigte in Laxenburg verbrachten, hatte wenig mit dem ursprünglich konzipierten Invalidenun- ternehmen zu tun. Vom Staatsamt notdürftig versorgt, lebten diese Männer in großer Armut, verrichteten diverse Dienste, vor allem im Rahmen der Parkbewachung,251 und mussten den Ort schließlich wieder verlassen, ohne dass ihr Projekt auch nur ansatz- weise verwirklicht worden wäre. Fast die gesamte Kraft und alle Mittel wurden für den laufenden Betrieb verwendet  – für die Akquirierung von Holz und Kohle, die Instal- lierung der Stromversorgung,252 die Inbetriebnahme einer zentralen Kriegsküche,253 die Bezahlung der Kriegsbeschädigten und die Beschaffung von Kleidungsstücken  –, die anfänglich formulierten Ideen hingegen kamen über das Planungsstadium nicht hinaus. Die Einkleidung der als Parkwächter eingesetzten Kriegsbeschädigten be- schäftigte die relevanten Stellen beispielsweise ganze sieben Monate lang. Bekleidung und Beschuhung der Kriegsbeschädigten waren im September 1919 in einem derart „desolaten Zustand“,254 dass die Durchführung des Wachdienstes  – noch dazu wäh- 247 Etwa bei der kommissionellen Begehung Laxenburgs am 22.1.1920 ; AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1554, Sa 29, II. Teil, 1151/1920. 248 AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1554, Sa 29, I. Teil, 21918/1919. 249 AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1554, Sa 29, II. Teil, 1151/1920. 250 So die Formulierung in einem Schreiben des Staatsamtes für Volksgesundheit ; AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1381, 3787/1921, StAfV an StAfsV v. 11.3.1920. 251 Ebd., Kt. 1554, Sa 29, I. Teil, 23606/1919, Protokoll einer Sitzung v. 18.8.1919. Mit den vorhandenen insgesamt sechs Parkwächtern meinte man kein Auslangen finden zu können. 60 Mann aus den Reihen der Kriegsbeschädigten sollten Devastierungen auf dem weitläufigen Gelände verhindern. 252 Anschaffung eines Benzinmotors für die Beleuchtungsanlage ; ebd., Kt. 1554, Sa 29, II. Teil, 29952/1919, Schlosshauptmannschaft an StAfsV v. 29.10.1919. 253 Ebd., Kt. 1554, Sa 29, I. Teil, 25009/1919. 254 Ebd., Kt. 1554, Sa 29, I. Teil, 2529/1919, Schlosshauptmannschaft an StAfsV v. 4.9.1919.
zurück zum  Buch Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938"
Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Wundes des Staates