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Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Seite - 309 -
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309Aufruhr und Beruhigung : Drei Beispiele Kriegsbeschädigten das Schloss.279 69 von ihnen bestätigten am 7. Februar 1921 in den Räumen des Invalidenamtes Mödling ihren Abgang und den Erhalt einer Zuwendung im Ausmaß von Kr 5.300 bis 8.300. Die Höhe der Abfertigung richtete sich nach dem Grad der Invalidität, dem Familienstand und der Bedürftigkeit. Die Kosten von insge- samt Kr 436.100 für diese Maßnahme übernahmen das Bundesministerium für soziale Verwaltung und der Kriegsgeschädigtenfonds zu gleichen Teilen.280 17 verheiratete Kriegsbeschädigte verblieben noch bis zum 1. Mai 1921 in Laxenburg.281 Mitte 1921 endete die Zuständigkeit der Schlosshauptmannschaft für die Verwaltung Laxenburgs. Im Juli legte sie dem Bundesministerium für soziale Verwaltung die 28. und letzte „Abrechnung für den Invalidendienst in Laxenburg“ vor.282 Laxenburg erwies sich auch ohne invalide Bewohner als Last für den Kriegsgeschä- digtenfonds. Die ungedeckten Kosten des Schlossgutes stiegen von Monat zu Monat ; die Gebäude befanden sich in einem sehr schlechten Bauzustand, die Instandsetzungs- arbeiten hätten riesige Summen verschlungen. Schon Mitte 1921 nahm der Kriegsge- schädigtenfonds daher Verhandlungen mit einem französischen Konsortium auf, das Laxenburg pachten wollte. Im Jahr darauf konnte dem Ministerrat ein Vertragsent- wurf vorgelegt werden,283 und in der Folge wurde Laxenburg an die Aktiengesellschaft Chateau Laxenbourg verpachtet.284 In der Beilage zum Ministerratsprotokoll wurde die Geschichte Laxenburgs in den ersten Nachkriegsjahren noch einmal aus Sicht der obersten Staatsbehörde dargestellt : „In den bewegten Tagen des Jahres 1919 wurde Laxenburg von Invaliden besetzt und von der Staatsregierung unter dem Druck der Verhältnisse den Invaliden als ‚Invalidenheim‘ ge- widmet. Dieser Besitz stellte sich nach Kurzem für einen dauernden Aufenthalt für Invalide als ungeeignet dar, doch wurde die Entfernung der Invaliden, die von Laxenburg Besitz ergriffen hatten, vergebens versucht. Da für die Durchführung einer solchen Maßnahme der Kriegsgeschädigtenfond geeigneter erschien, wurde Laxenburg von der Staatsregierung nicht in Anspruch genommen, sondern dem Kriegsgeschädigtenfond zugewiesen.“285 Rudolf Bannert erlebte diesen Umschwung nicht mehr : Anfang 1920 hatte der La- xenburger Invalidenrat der ersten Stunde um Krankenurlaub angesucht und war in 279 Siehe dazu insgesamt ebd., Kt. 1381, 3608/1921. 280 Ebd., Kt. 1555, Sa 29, IV. Teil, 6710/1921, IEK Wien an BMfsV, eingelangt am 3.3.1921. 281 Ebd., Kt. 1555, Sa 29, IV. Teil, 7556/1921 ; 10408/1921. 282 Ebd., Kt. 1555, Sa 29, IV. Teil, 4821/1921, Schlosshauptmannschaft an BMfsV v. 5.7.1921. 283 AT-OeStA/AdR MRang MR 1. Rep MRP, 163/15 v. 24.2.1922. 284 Siehe auch Böhmer/Faber, Die Erben des Kaisers, S.  52. 285 AT-OeStA/AdR MRang MR 1. Rep MRP, Beilage zu 163/15 v. 24.2.1922.
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
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