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Nach 1918
Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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313Konsolidierung des Zentralverbandes : 1920 ausschließlich monarchistische Tendenzen,303 und da diente nun die ehemals selbst angestrebte Adresse als willkommene Gelegenheit für diverse Polemiken und Anspie- lungen.304 9.3 Konsolidierung des Zentralverbandes : 1920 Für die Zeit von Ende 1918 bis Anfang 1920 lässt sich der Begriff „Invalidenbewe- gung“ für die Aktivitäten der Kriegsbeschädigten zu Recht verwenden. Die Ausei- nandersetzungen mit den staatlichen Stellen, aber auch die internen Kontroversen wurden leidenschaftlich und mit jeweils nicht vorhersehbarem Ergebnis ausgetragen, Protestformen wurden erprobt und Vereine gegründet. Die folgenden Jahre brachten die Bewegung in ein ruhigeres Fahrwasser. Zu beobachten war eine zunehmende Pro- fessionalisierung bei gleichzeitig scharfer politischer Polarisierung in ein linkes und ein rechtes Lager, wobei das linke unter den Kriegsbeschädigten stets überwog. Der Zentralverband stand dabei im Zentrum. Die vereinsinternen Konflikte des Zentralverbandes waren mit der im Frühjahr 1920 in Wien ausgehandelten Einigung,305 die der Zersplitterung der Invalidenbewegung ein Ende bereitete, nicht mit einem Schlag beseitigt,306 doch war die Lösung der Kon- troversen in Wien die Voraussetzung dafür, dass der Zentralverband in der Folge seine Position österreichweit festigen konnte. Zunächst waren freilich die Ansichten der verschiedenen Invalidenvertreter noch zu unterschiedlich, die Eigeninteressen man- cher Funktionäre zu groß, die Anliegen der ländlichen und der städtischen Kriegsbe- schädigten zu divergent und die allgemeine Stimmung zu aufgebracht, als dass eine konfliktfreie Entwicklung möglich gewesen wäre. Die Diskussionen innerhalb des Verbandes waren heftig und kreisten monatelang um die beiden Schlagworte „Födera- lismus“ und „Zentralismus“. Nach dem „ersten Sturmjahre der Invalidenbewegung“307 war die Beantwortung der Frage nach dem besten Organisations- und Leitungsprinzip noch ausständig. IV befunden ; AT-OeStA/AdR BKA BKA-I BPDion Wien VB, VIII 2864 (Reichsbund der Kriegs- opfer Österreichs), Aktenübersicht. 303 „Der Drexel-Verband  – ein monarchistischer Verein“, in : Der Invalide, Nr. 10 v. 31.10.1926, S.  6. 304 Vgl. etwa „Neues aus der Hofburg“, in : Der Invalide, Nr. 12 v. 31.12.1925, S.  6 ; „Bruderzwist im Hause Drexl“, in : ebd., Nr. 1 v. 31.1.1926, S.  8. 305 Vgl. Kapitel 9.1. 306 Z. B. „An unsere Mitglieder !“, „Organisatorisches. Landesverband Wien“ [Delegiertensitzung v. 17.6.1920], beides in : Der Invalide, Nr. 13 v. 1.7.1920. S.  1 und S.  2. 307 Karl Egkher, Zweck und Ziel, in : Der Invalide, Nr. 2 v. 15.1.1920, S.  1.
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
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