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Nach 1918
Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Seite - 316 -
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316 Die Invalidenbewegung den Wiener Funktionären316 hatte sich mittlerweile noch verschärft. Das Übergewicht des mitgliederstärksten Wiener Landesverbandes stellte ein Problem für die anderen, bedeutend schwächeren Landesverbände dar. Die Funktionäre des Zentralverbandes hatten schon seit Längerem befürchtet, „dass die Landesverbände ihre Selbständig- keitsbestrebungen soweit treiben, daß dadurch die Schlagfertigkeit der Organisation gefährdet sei“ ;317 nun waren sie gar mit einer „Los von Wien“-Bewegung konfron- tiert.318 Die Dezemberkonferenz brachte zunächst nur eine halbe Lösung des Prob- lems : Man hatte erkannt, dass „die Großstadt unbedingt für ihre Invaliden Sonder- interessen erfordert[e]“,319 und erklärte daher  – die spätere politische Trennung von Wien und Niederösterreich in zwei Bundesländer gleichsam vorwegnehmend320  – den Wiener Kreisverband, der sich 1919 vom niederösterreichischen Landesverband los- gesagt hatte, formal zum eigenen Landesverband. Der Invalide fungierte von 1920 an nicht mehr als Zentralorgan der gesamtösterreichischen Organisation, sondern als Publikationsorgan der beiden Landesverbände Wien und Niederösterreich321 und war ab Mitte 1920 nur mehr die Zeitung des Wiener Landesverbandes.322 Obwohl die im März 1920 neu geschaffenen Nachrichten des Zentralverbandes der deutschösterrei- chischen Kriegsbeschädigten nun als gesamtösterreichische Zeitung dienten,323 blieb der nicht in der Arbeit stößt und hindert, daß jeder möglichste Freiheit zu seiner Bewegung habe, ohne den Nachbar zu behindern. Mit anderen Worten : es gilt die bis jetzt organisierten Mitglieder zweckentspre- chend mit der Hauptzentrale in Wien als auch mit den Landeszentralen, mit den Bezirksvereinigungen und Ortsgruppen fest und innig zu verbinden ; es gilt aber auch ein festes, starkes Band zu knüpfen zwischen dem Zentralverband und den Landesverbänden einerseits und den Landesverbänden und den Ortsgruppen andererseits. In dieser Frage handelt es sich sozusagen um Sein oder Nichtsein. Es sind dies Fragen, die uns auf den Fingern brennen, die deshalb endlich einmal zur Klärung gebracht werden müssen“ ; K.R. [Kainradl Rupert ?], Der Länderkonferenz zum Geleit !, in : Der Invalide, Nr. 23 v. 1.12.1919, S.  1f, hier S.  1. 316 Ebd., Nr. 15 v. 1.8.1919, S.  2. 317 Ebd., Nr. 18 v. 15.9.1919, S.  10. 318 K.R. [Kainradl Rupert ?], Der Länderkonferenz zum Geleit !, in : Der Invalide, Nr. 23 v. 1.12.1919, S.  1f, hier S.  2. 319 Der Invalide, Nr. 4 v. 16.2.1920, S.  2. 320 Niederösterreich wurde 1920 in die beiden Bundesländer Wien und Niederösterreich geteilt ; BGBl 1920/1 (= StGBl 1920/450). 321 Karl Burger, An unsere Leser !, in : Der Invalide, Nr. 24 v. 15.12.1919, S.  1. 322 Ab Der Invalide, Nr. 13 v. 1.7.1920 ; vgl. auch Tabelle 5 im Anhang. 323 „Geleitwort !“, in : Nachrichten Zentralverband, Nr. 1 v. März 1920, S.  1. Der volle Titel der Zeitung lautete Nachrichten des Zentralverbandes der deutschösterreichischen Kriegsbeschädigten (Kriegsge- schädigtenvereinigung der Invaliden, Witwen und Waisen) ; weitergeführt ab Nr. 7/8 v. 1.12.1920 als Nachrichten des Zentralverbandes der Landesorganisationen der Kriegsinvaliden und Kriegerhinter- bliebenen Österreichs und ab Nr. 2/3 v. 15.3.1922 als Nachrichten des Zentralverbandes der Landes- organisationen der Kriegsinvaliden und Kriegerhinterbliebenen Oesterreichs. Zentralorgan der Kriegs- opfer Oesterreichs.
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
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