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Nach 1918
Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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319Konsolidierung des Zentralverbandes : 1920 1920 ein „unglückseliger Beschluß“338 gewesen sei. Wenngleich diese Entscheidung aus Sicht der Funktionäre also „teuer erkauft [war] durch die Nachteile, die sich aus dem Föderalismus naturgemäß ergeben“,339 kehrte nun doch Ruhe in den Verband ein. Die im Mai 1920 erfolgreich vollzogene Restrukturierung der Organisation mar- kierte den entscheidenden Wendepunkt und bildete zugleich die Grundlage für die unangefochtene Machtposition des Zentralverbandes unter den Kriegsbeschädigten- organisationen. 9.3.2 Das Bemühen um Überparteilichkeit Nach der wohl auch mit dem Begriff „Wachstumskrise“ charakterisierbaren Phase von Anfang 1919 bis Mitte 1920 wurde die zunehmende Professionalität des Zentralver- bandes zur Basis für den neuen Zusammenhalt. Sie machte ihn  – gemeinsam mit seiner Größe und einer gewissen Sogwirkung  – vor allen anderen Vereinen so attraktiv. Von all dem profitierten in erster Linie die Landesorganisationen, was ihre Bereitschaft, sich unter einem Dach zusammenzuschließen, sicherlich begünstigte. Der Invalide berichtete von nun an seltener über Konflikte und Auseinandersetzungen, und die Anfang 1921 in Salzburg abgehaltene dritte Länderkonferenz verlief in viel harmoni- scherer Atmosphäre als die vorangegangenen Treffen.340 Zugleich bildete aber das Bemühen des Zentralverbandes um parteipolitische Neu- tralität die wohl wichtigste Voraussetzung dafür, dass die Landesverbände österreich- weit gemeinsam vorgehen konnten. Hätte sich der Zentralverband politisch klar (und das hätte geheißen : sozialdemokratisch) deklariert, so wäre die Einheit nicht auf- rechtzuerhalten gewesen, denn zwischen Ost- und Westösterreich, zwischen Wien und den ländlichen Regionen des Landes herrschte in diesem Punkt ein scharfer Ge- gensatz. Maximilian Brandeisz, seit Mitte 1920341 Vorsitzender des Landesverbandes Wien, ab 1922342 zusätzlich stellvertretender Obmann des Zentralverbandes und jener Mann unter den Funktionären, der auch außerhalb des Verbandes wichtige politi- 338 „Zur Einführung !“, in : Nachrichten Zentralverband, Nr. 5 v. 20.7.1922, S.  8. 339 Rupert Kainradl, Rückblick und Ausblick, in : Nachrichten Zentralverband, Nr. 1 v. 1.1.1921, S.  1f, hier S.  1. 340 Der Invalide, Nr. 9 v. 1.5.1921, S.  2. 341 Brandeisz wurde am 24.6.1920 zum geschäftsführenden Obmann der in einen eigenen Landesverband umgewandelten Wiener Organisation gewählt ; AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1375, 20010/1920. Vor ihm hatten diese Funktion inne : Richard Weißsteiner (der aber bald zum Obmann des Zentral- verbandes gewählt wurde), Dr. Ehrlich, Schwabel und Christ ; Kainradl, Wie wir die Ortsgruppe Wien gründeten, S.  16. 342 AT-OeStA/AdR BKA BKA-I BPDion Wien VB, VIII 2648 (Zentralverband der Landesorganisatio- nen der Kriegsinvaliden und Kriegershinterbliebenen Österreichs), Aktenübersicht.
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
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