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Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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390 Staatliche Fürsorge jenseits des Invalidenentschädigungsgesetzes Erwartungen. Kraus stellte die Vorlesungen dann tatsächlich für sechs Monate ein und nahm sie erst wieder auf, nachdem er sich entschieden hatte, die ersten Preiskatego- rien zugunsten des Zentralverbandes zu erhöhen. Auch den Erlös aus Buchverkäufen,96 diverse Gagen97 sowie Zahlungen, zu denen Kraus’ Prozessgegner verurteilt worden waren,98 ließ der Autor in der Folge wiederholt dem Zentralverband zukommen. Zu seinem 50. Geburtstag im Jahr 1924 stellte sich deshalb auch der Zentralverband mit einem Gratulationsschreiben an den „werten Gönner“ ein : „Sie haben unser schon erwähnt, als noch kein Mensch richtig an uns dachte, Sie haben schon damals die Heuchelei der Bürgerlichen, der ‚Schwarz-Gelber‘ [sic] aller Schattierungen, die da Zigaretten und Zuckerl verteilten, um sich selbst preisen zu können und gepriesen zu werden, im wahren Lichte gezeigt. Sie haben ferner, als die Scheußlichkeit endlich zu Ende war, niemals auf uns vergessen und zahlreich und groß sind die Widmungen, welche im Anfange unser Zentralverband, und dann später unser Landesverband Wien und dessen Ortsgruppen von Ihnen erhielten. Unser Glückwunsch endet in dem Schlusse, daß Sie noch recht lange in voller Rüstigkeit Ihre Fackel schwingen möchten.“99 In den späten 1920er-Jahren war der Zentralverband soweit saniert, dass sich man- che Landesverbände sogar allein aus den Mitgliedsbeiträgen erhalten konnten. Die niederösterreichische Organisation vermeldete 1928 stolz, dass sie seit 1926, seit ein Teil jedes Mitgliedsbeitrags automatisch als Beitragszahlung für eine neu geschaf- fene vereinseigene Sterbekasse verwendet wurde, schwarze Zahlen schrieb.100 Gerade das Angebot dieser in der Zwischenkriegszeit überaus populären Versicherungsform, durch die die beträchtlichen Kosten für die Ausrichtung eines Begräbnisses ihren Schrecken verloren,101 sollte sich als eine der stärksten Attraktionen erweisen und dem Zentralverband hohe Mitgliederzahlen und infolgedessen konstant hohe Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen sichern.102 Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche 96 Z. B. ebd., Nr. 544–545 (1920), S.  U4. 97 Z. B. ebd., Nr. 613–621 (1923), S.  157. 98 Z. B. ebd., Nr. 552–553 (1920), S.  25 ; ebd., Nr. 583–587 (1921), S.  37. 99 Ebd., Nr. 657–667 (1924), S.  134f, Schnürmacher/Kainradl an Kraus v. 1924. 100 „Rechenschaftsbericht des Verbandsvorstandes und Verbandhauptausschusses für die Zeit vom 1. Jän- ner 1926 bis 31. Dezember 1927“, in : Neues Werden. Offizielles Organ des Landesverbandes Nieder- österreich der Kriegsinvaliden und Kriegershinterbliebenen, Nr. 6/7 v. Juni/Juli 1928, S.  8–32, hier S.  10. 101 Verena Pawlowsky, Strukturbereinigung und Ver(un)sicherung. Das Ende der österreichischen Ver- sicherungsvereine, in : Verena Pawlowsky/Harald Wendelin (Hg.), Die Republik und das NS-Erbe (= Raub und Rückgabe  – Österreich von 1938 bis heute 1), Wien 2005, S.  147–163. 102 Auch der christlichsoziale Reichsbund hatte eine eigene Sterbekasse, die er in seiner Zeitung mit
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
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