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Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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440 Von der Offensive in die Defensive  – Der Zentralverband 1923 – 1938 erscheinende Zeitung ;45 er gründete neue Landesverbände,46 sprach bald von einem „ungeahnten Aufschwung“47 und verkündete Ende 1926 stolz : „Wir sind die Aufstei- genden  … !“48 Wenngleich über die Mitgliederzahl der beiden Kriegsopfervereine nur ungenaue Angaben vorliegen,49 ist doch als gesichert anzunehmen, dass der Reichs- bund nach wie vor um vieles kleiner war als der Zentralverband.50 Dieser pflegte  – das sei hier der Vollständigkeit halber erwähnt  – auch eine intime Feindschaft mit dem  – ebenfalls meist nur als „Gallos-Verband“ apostrophierten  – Verband der Schwerinva- liden und Hilflosen Österreichs, den der frühere Zentralverbands-Funktionär Heinrich Gallos 1922 gegründet hatte ; es passte für den Zentralverband ins Bild, dass dieser Verband schließlich ganz im christlichsozialen Reichsbund aufging.51 Der Reichsbund stand dem Zentralverband in nichts nach und nannte den großen Konkurrenten meist auch nur abfällig den „Brandeisz-Verband“,52 obwohl Maximi- lian Brandeisz, der tatsächlich gerade in jenen Jahren zum profiliertesten Repräsen- tanten des Zentralverbandes aufstieg, nie dem Gesamtverband vorstand. Maximilian Brandeisz,53 der 1915 durch einen Kopfschuss bei Gorlice in Polen verwundet und 1916 aus dem Militärdienst entlassen worden war,54 war seit Mitte 192055  – damals 45 Oesterreichs Kriegsopfer. 46 Die Landesverbände von Kärnten und Salzburg wurden 1925 eingerichtet ; ebd., Nr. 11/12 v. Weihnach- ten 1925, S.  4. Die bestehenden Witwen- und Waisenverbände Tirols und Vorarlbergs unterstellten sich dem Reichsbund 1926 ; zu Vorarlberg : ebd., Nr. 2 v. Februar 1926, S.  8. 47 Ebd., Nr. 2 v. Februar 1926, S.  1. 48 „Wir sind die Aufsteigenden  … ! Die Tagung der Kriegsopfer Oesterreichs“, in : ebd., Nr. 10 v. Oktober 1926, S.  1. 49 Vgl. dazu Kapitel 15.2. 50 Durchgängige Angaben fehlen, aber es lässt sich grob schätzen, dass die organisierten Mitglieder sich auf Zentralverband und Reichsbund im Verhältnis 75 zu 25 bzw. 65 zu 35 aufteilten ; vgl. dazu Kapitel 14.2. 51 Zu beidem : „Roßtäuscherkunststücke der Drexelorganisation. Schwerer Amtsmißbrauch in den Pfarr- ämtern“, in : Der Invalide, Nr. 2 v. 28.2.1925, S.  3. Der „Drexel-Verband“ wurde in der Folge vom Wiener Landesverband des Zentralverbandes immer verkürzt als Nachfolger des „Gallos-Verbandes“ bezeichnet ; z. B. „Die Einigung der Kriegsopfer“, in : ebd., Nr. 9 v. 30.9.1926, S.  2. Den „Gallos-Verband“ attackierte der Zentralverband noch 1925 heftig ; Ladislaus Frank, Der Pseudoprinz Rohan und der Schwerinvali- denverband, in : ebd., Nr. 6 v. 30.6.1925, S.  5. Zu Heinrich Gallos vgl. Kapitel 7.2.1. Kritisch äußerte sich der Zentralverband auch wiederholt zum Verband kriegsbeschädigter Intellektueller, in dem in erster Linie Offiziere organisiert waren ; z. B. „Die Zustände im ‚Intellektuellen‘ Verband“, in : Der Invalide, Nr. 5 v. 31.5.1925, S.  2f ; „Die Zustände im Intellektuellenverband“, in : ebd., Nr. 6 v. 30.6.1925, S.  5 ; „Ein sau- berer Anwalt, ein sauberer Funktionär“, in : ebd., Nr. 9 v. September 1928, S.  7. Vgl. auch Kapitel 9.1.2.2. 52 Z. B. „Kleine Mitteilungen“, in : Oesterreichs Kriegsopfer, Nr. 1 v. Jänner 1925, S.  12. 53 Maximilian Brandeisz (*3.7.1894, †19.11.1996), http://www.parlament.gv.at/WWER/PAD_00161/in dex.shtml (Abfrage : 4.5.2012). 54 AT-OeStA/KA Pers GB OuM KrL Wien, Kt. 1437. 55 Brandeisz wurde am 24.6.1920 zum geschäftsführenden Obmann der in einen eigenen Landesverband
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
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