Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Seite - 463 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 463 - in Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938

Bild der Seite - 463 -

Bild der Seite - 463 - in Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938

Text der Seite - 463 -

463Entwicklung nach 1934 Eine friedliche Einigung zwischen Reichsbund und Kriegsopferverband kam trotz mehrerer Vermittlungsversuche des Sozialministers Odo Neustädter-Stürmer200 und des Leiters des Landesinvalidenamtes in Wien Franz Fahringer nicht zustande.201 Die Fusion scheiterte daran, dass sich keiner der beiden Vereine durch den anderen do- minieren lassen wollte. Zunächst schien der Fey-Verein Oberwasser zu haben. Odo Neustädter-Stürmer, der in diesem Konflikt aufseiten des Kriegsopferverbandes stand, drohte schon Ende 1934, dass er eine Einheitsorganisation notfalls auf gesetzlichem Wege schaffen würde.202 Der Kriegsopferverband triumphierte und konnte außerdem etwa um diese Zeit durch seinen Beitritt zur Vaterländischen Front die dortige Mo- nopolstellung des Reichsbundes brechen.203 Als Neustädter-Stürmer im Oktober 1935 von Josef Dobretsberger204 abgelöst wurde, schien sich das Blatt zu wenden. Der neue Sozialminister unterstützte zumindest vordergründig eher den Reichsbund.205 Trotzdem ging die Taktik des Reichsbundes, sich selbst als „rot-weiß-rote Einheitsk riegsopferorganisation“206 zu gerieren  – unter anderem, indem er den Kriegsopferver- band massiv kritisierte und diverser Machenschaften bezichtigte,207 wie er das früher mit dem Zentralverband getan hatte  –, nicht auf.208 Was die Größenverhältnisse der beiden Verbände betrifft, ist aus den polemischen Zeitungsartikeln kein klares Bild zu gewinnen, doch war der Kriegsopferverband, der vom Zentralverband die großen 200 Odo Neustädter-Stürmer (*1885, †1938) war von 16.2.1934–17.10.1935 österreichischer Sozialminis- ter. 201 Mehrere Gesprächsrunden blieben erfolglos ; „Der Einheitsverband gesichert“, in : Österreichische Kriegsopfer-Zeitung, Nr. 8 v. Dezember 1934 (= Sondernummer), S.  1 ; Emil Fey, Viribus unitis. Zur Frage der Einheitsorganisation, in : ebd., Nr. 9 v. September 1935, S.  1f ; „Einheitsverband“, in : ebd., Nr. 1/2 v. Jänner/Februar 1936, S.  2 ; „Arbeitsgemeinschaft der Kriegsopfer“, in : Oesterreichs Kriegsopfer, Nr. 8/9 v. August/September 1934, S.  8. 202 „Einheitsverband wird gesetzlich verankert“, in : Österreichische Kriegsopfer-Zeitung, Nr. 7 v. Dezem- ber 1934, S.  1. 203 „Kriegsopferverband und Vaterländische Front“, in : ebd. 204 Josef Dobretsberger (*1903, †1970) war vom 17.10.1935–14.5.1936 österreichischer Sozialminister. 205 So sah das zumindest der Reichsbund, der betonte, dass Dobretsberger einen föderativen Aufbau der Organisation, wie ihn der Reichsbund anstrebte, befürwortete ; „Der Reichsbund beim Bundesminister für soziale Verwaltung“, in : Oesterreichs Kriegsopfer, Nr. 10/11 v. Oktober/November 1935, S.  2. 206 Z. B. ebd., Nr. 5/6/7 v. Mai/Juni/Juli 1934, S.  15. 207 AT-OeStA/AdR BKA BKA-I BPDion Wien VB, VIII 2864 (Reichsbund der Kriegsopfer Öster- reichs), RB an PDion/VB v. 28.10.1935. 208 Übrigens gelang auch der Versuch, die Kriegsopferpolitik in das neue, vage ständische Konzept einzu- bauen, nicht überzeugend, wie diverse Artikel in der Zeitung ab 1933/1934 zeigen ; z. B. „Die Kriegsop- fer und ihr Vaterland“, in : Oesterreichs Kriegsopfer, Nr. 10/11 v. Oktober/November 1934, S.  7f. Inter- essanterweise kam es Anfang 1936 angesichts einer Novellierung des IEG, die zu einer Rentenkürzung führte, zu einem gemeinsamen Appell von Reichsbund und Kriegsopferverband an den Sozialminister ; „An den Bundesminister für soziale Verwaltung“, in : ebd., Nr. 1/2 v. Jänner/Februar 1936, S.  2.
zurück zum  Buch Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938"
Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Wundes des Staates