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Nach 1918
Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Seite - 467 -
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467Entwicklung nach 1934 war, zeigte augenscheinlich, dass der bereits durch den Fey-Verband begonnene Pro- zess der Remilitarisierung der Kriegsopferbewegung fortgesetzt werden sollte. Auch unter den übrigen Funktionären fanden sich meist neue Personen bzw. solche, die in den Jahren zuvor in zweiter Reihe gestanden waren. Auf die erfahrenen Mitarbeiter der früheren Verbände konnte man aber offenbar trotzdem nicht ganz verzichten, und so tauchten in untergeordneten Positionen auch bekannte Namen wieder auf : der ehe- malige Zentralverbands-Obmann Johann Schnürmacher etwa als Parteienvertreter vor dem Schiedsgericht des Landesinvalidenamtes für Wien, Niederösterreich und Bur- genland226 oder Hans Wolfmüller, zwischen 1921 und 1927 Schriftleiter des Invaliden, als Mitglied des Presseausschusses des Einheitsverbandes.227 Dass es möglich war, dass im Einheitsverband auch Personen tätig waren, die im ehemaligen, mit der Sozial- demokratie sympathisierenden Zentralverband wichtige Positionen bekleidet hatten, lässt sich  – freilich spekulativ  – möglicherweise dadurch erklären, dass diese Funkti- onäre keine exponierten Sozialdemokraten gewesen waren und vom neuen Regime daher  – wenn auch in weniger zentraler Stellung als zuvor  – aufgrund ihrer fachlichen Qualifikationen akzeptiert werden konnten. Der Einheitsverband hatte mit massiven Finanzproblemen zu kämpfen.228 Fahrin- ger musste die repräsentativen Büroräume des Kriegsopferverbandes aufgeben und für den Einheitsverband bescheidenere Räumlichkeiten anmieten.229 Der Personalstand wurde drastisch verkleinert, der Umfang der Zeitung ebenfalls, trotzdem wirtschaftete der Verein defizitär.230 Zum einen lag das daran, dass vom heruntergewirtschafteten Kriegsopferverband keine Vermögenswerte übernommen werden konnten, zum ande- ren daran, dass Mitgliedsbeiträge nur spärlich eingingen. Die Mitgliedschaft beim Einheitsverband war freiwillig. Neu war, dass auch Männer, die als Angehörige des Bundesheeres oder im Dienst eines Schutz- und Assistenzkorps geschädigt worden waren, Mitglieder werden durften, während staats- und regierungsfeindliche Personen von der Mitgliedschaft ausgeschlossen werden konnten.231 Der Mitgliederstand war jedenfalls nicht besonders hoch, er lag nach Angaben des Verbandes, der sich „in die- gelegenheiten des gesetzlichen Schutzes der Arbeiter und Angestellten im Sozialministerium ; http:// www.parlinkom.gv.at/WW/DE/PAD_00512/pad_00512.shtml (Abfrage : 4.5.2012). 226 „Verband für die Stadt Wien“, in : Österreichische Kriegsopferzeitung/Einheitsverband, Nr. 2 v. August 1936, S.  5. 227 „Die Kriegsopfer-Zeitung“, in : ebd., Nr. 1 v. 1.3.1938, S.  4. 228 Egon von Waldstätten, Kriegsopfer Oesterreichs !, in : ebd., Nr. 1 v. Jänner 1937, S.  1f. 229 Seine Adresse war anfangs Wien VI, Mariahilferstraße 85–87, ab März 1937 Wien I, Wallnerstraße 4 ; „Ein Jahr Einheitsverband“, in : ebd., Nr. 7 v. Juli 1937, S.  1f. 230 AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1511, 96366/1936. 231 „Entstehung und Aufgaben des Einheitsverbandes“, in : Österreichische Kriegsopferzeitung/Einheits- verband, Nr. 1 v. Juli 1936, S.  2f, hier S.  2.
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
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