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Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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15 Statistik der Kriegsopfervereine Ist es schon schwierig, die Kriegsopfer eindeutig zu fassen, sodass speziell für die ersten Nachkriegsjahre hinsichtlich der Größe und Zusammensetzung dieser Gruppe nur Schätzungen und Mutmaßungen angestellt werden können, so gestaltet sich der Ver- such, über die Mitglieder von Kriegsopfervereinen Konkretes in Erfahrung zu bringen, um nichts leichter. Es gibt keine genauen Angaben über ihre soziale Herkunft oder politische Einstellung, nur sehr rudimentäre über ihre Leiden. Ja, es gibt nicht einmal exakte Zahlen über die Größe dieser Gruppe. Ob man sich die organisierten Kriegs- opfer als heterogene oder im Gegenteil als eher homogene Gruppe vorzustellen hat, ist genauso wenig eindeutig zu beantworten wie die Frage, ob es stimmt, was vonseiten der Vereine  – vor allem vom Zentralverband  – gerne behauptet wurde, dass nämlich praktisch alle Kriegsbeschädigten (und ein Großteil der Kriegshinterbliebenen) in Österreich einem Kriegsopferverband angehörten. Die Vereine selbst konnten oder wollten oft gar keine präzise Auskunft über ihren tatsächlichen Mitgliederstand geben. Er war war Gradmesser für ihre Macht, und so lag es durchaus in ihrem Interesse, darüber entweder nicht viele Worte zu verlieren oder aber möglichst hohe Mitglieder- zahlen zu nennen, da dies ihren Einfluss zu steigern vermochte. Die Behörden waren ihrerseits auf die Angaben der Verbände angewiesen, wollten sie vermeiden, organi- satorisch und finanziell äußerst aufwendige Zählungen selbst vorzunehmen, was im Verlauf der Ersten Republik tatsächlich nur ein einziges Mal geschah. Wenn aber nicht alle Kriegsopfer Mitglieder der Vereine waren, was zeichnete die Gruppe der organi- sierten Kriegsopfer dann aus ? Waren sie anders zu charakterisieren als jene, die eine Vertretung nicht in Anspruch nahmen ? Manche Fragen lassen sich nicht befriedigend beantworten, nichtsdestotrotz erlauben die Quellen, einige Aussagen über die Gruppe der organisierten Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen zu treffen. 15.1 Vereinsmitglieder 15.1.1 Einschluss der Frauen : Kriegsbeschädigte und Kriegerwitwen Zunächst lässt sich eindeutig sagen, dass die Organisierung ganz zu Beginn eine An- gelegenheit der Männer war. In den ersten Monaten  – bis zur Verabschiedung des Invalidenentschädigungsgesetzes im April 1919  – waren die in den Spitälern des Hin-
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
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