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Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Seite - 519 -
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519Resümee Dass sich in Österreich Kriegsbeschädigte gemeinsam mit Kriegerwitwen, aber nie gemeinsam mit Kriegsveteranen organisierten, hängt eng mit der Entschädigungs- gesetzgebung zusammen, die den Vereinen im Bereich der Kriegsopferfürsorge ein Mitspracherecht einräumte, aber zugleich verlangte, dass diese Vereine reine Kriegsop- fervereine waren. Nicht nur die Aufteilung der Mandate in den verschiedenen Beirä- ten, Kommissionen und Ausschüssen auf die einzelnen Vereine hätte eigentlich einen exakten Überblick über die Mitgliederzahlen der verschiedenen Verbände erfordert, auch die Aufteilung von Subventionen und Hilfsgütern musste nach einem Schlüssel erfolgen, sollten die Verbände halbwegs gerecht, also entsprechend ihrer Stärke be- rücksichtigt werden. Einen solchen exakten Überblick gab es aber praktisch nie, und er wäre wohl auch sehr schwer zu erreichen gewesen. Versuche der Mitgliederfeststel- lung scheiterten aus den unterschiedlichsten Gründen, teilweise wohl auch daran, dass weder Behörden noch Vereine ein wirkliches Interesse daran hatten, die Unklarheit in diesem Gebiet zu beseitigen. Während die Vereine  – möglicherweise begründet  – be- fürchteten, dass eine Mitgliederauszählung sie schwächen könnte, ist die Untätigkeit der Staatsstellen  – wenn man die schwierige unmittelbare Nachkriegszeit, in der viele Regierungsbeschlüsse von Pragmatismus geleitet waren, außer Acht lässt  – angesichts der Tatsache, dass die Verwendung eines doch beträchtlichen Budgetanteils für die Kriegsopferversorgung eine gründliche und auch zahlenmäßig abgesicherte Rechtfer- tigung verlangt hätte, viel unbegreiflicher. Über zehn Jahre hinweg galt jedenfalls ein Schlüssel von 66 zu 34 für die Aufteilung von Waren und finanziellen Mitteln auf die beiden größten Verbände, den Zentralverband und den Reichsbund, wobei der Zentral- verband bis zuletzt der wichtigste und größte österreichische Kriegsopferverband blieb. Er hatte die Kriegsopferpolitik des Landes  – deren Darstellung sich diese Studie zur Aufgabe gemacht hat  – von seiner Gründung im November 1918 zu seiner Zerschla- gung im Februar 1934 über 15 Jahre lang maßgeblich dominiert.
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
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